Die 1899-Schauspieler Andreas Pietschmann, Emily Beecham, Aneurin Barnard, Jantje Friese und Baran Bo Odar (l-r) bei der Premiere der Netflix-Serie in Berlin. 
Die 1899-Schauspieler Andreas Pietschmann, Emily Beecham, Aneurin Barnard, Jantje Friese und Baran Bo Odar (l-r) bei der Premiere der Netflix-Serie in Berlin.  Annette Riedl/dpa

Die deutsche Netflix-Mysteryserie „1899“ wird nach Angaben der Macher nicht fortgesetzt. „Wir hätten liebend gern diese unglaubliche Reise mit einer zweiten und dritten Staffel beendet, so wie mit Dark“, schrieben Jantje Friese und Baran bo Odar auf Englisch in einem Instagram-Post vom Montag.

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 „Aber manchmal entwickeln sich die Dinge anders, als man sie plant. So ist das Leben. Wir wissen, dass dies Millionen von Fans da draußen enttäuschen wird. Aber wir wollen uns aus der Tiefe unseres Herzens bei euch dafür bedanken, dass ihr ein Teil dieses wundervollen Abenteuers wart. Wir lieben euch. Vergesst das nie“.

Es ist ein Rückschlag, wohl auch für den Produktionsstandort Babelsberg. Von Netflix lag zunächst kein Statement dazu vor.

Emily Beecham (Passagierin Maura Franklin), Isaak Dentler, Andreas Pietschmann (als Kapitän Eyk Larsen), Niklas Maienschein und Tino Mewes in einer Szene der Mystery-Serie „1899“
Emily Beecham (Passagierin Maura Franklin), Isaak Dentler, Andreas Pietschmann (als Kapitän Eyk Larsen), Niklas Maienschein und Tino Mewes in einer Szene der Mystery-Serie „1899“ Netflix

In acht Episoden erzählt „1899“ von den rätselhaften Geschehnissen während der Fahrt eines Schiffs von London nach New York. Die Serie der „Dark“-Macher wurde in Berlin Babelsberg produziert und war am 17. November veröffentlicht worden.

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Die Entscheidung von Netflix kommt unerwartet.  Fans der Serie und auch die Macher waren von einer Fortsetzung ausgegangen. Zwar fielen die internationalen Kritiken durchwachsen aus, eine Comic-Künstlerin aus Brasilien hatte außerdem Plagiatsvorwürfe erhoben. Doch bei den Netflix-Usern war die düstere Serie ein Hit. 

„1899“ war wochenlang in den Netflix-Top Ten

Fünf Wochen lang hielt sich „1899“ in den globalen Top-10 der englischsprachigen Serien, über 255 Millionen Stunden lang schauten Menschen bis Mitte Dezember weltweit zu, wie Crew und Passagiere eines Schiffes zur Jahrtausendwende vor immer mysteriösere Rätsel gestellt wurden. Das Ende: ein Twist, der Raum für weitere Folgen lässt.

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Die Hauptfiguren befinden sich in einer Simulation, die es zu überwinden gilt, so weit die Auflösung in der ersten Staffel. Nichts von dem, was die Reisenden auf dem Schiff erleben, ist real.  Das Ende der ersten Staffel war als Einstieg in ein viel größeres Mysterium konzipiert und hinterlässt nun viele offenen Fragen. Wie geht der Kampf zwischen der Hauptdarstellerin und ihrem Vater aus, welche Rolle spielt ihr Bruder, welche ihr Sohn? Diese Fragen müssen sich die Fans nun selber beantworten. 

Können Fans Netflix noch umstimmen?

In den sozialen Medien machen sie ihrem Unmut Luft, fordern Petitionen, um Netflix noch zum umdenken zu bewegen. Einige schlagen sogar vor, Amazon solle übernehmen, andere wollen ein Crowdfunding veranstalten, um die Fortsetzung zu finanzieren. 

Auch für den Filmstandort Brandenburg hat das Aus für die Berliner Filmemacher Konsequenzen. Auf dem Filmgelände in Potsdam hatten Friese und Odar ein innovatives Studio für die virtuelle Produktion errichtet, finanziell gefördert wurde es vom Land Brandenburg. Die sogenannte „Dark Bay“ ist das einzige Studio seiner Art in Europa. Netflix hat vertraglich zugesichert, dort weitere Projekte zu drehen, Folgestaffeln von „1899“ standen in der Pipeline. Nun muss umdisponiert werden. Das Budget für die erste Staffel betrug mindestens 40 Millionen Euro.