Haftbefehl wegen Volksverhetzung: TV-Koch Attila Hildmann.  Foto: Imago/Stefan Zeitz

Und schwupps hat er sich verdrückt... 

Der in der Coronakrise als Verschwörungstheoretiker aufgetretene Vegankoch Attila Hildmann hält sich laut Erkenntnissen der Berliner Generalstaatsanwaltschaft aktuell in der Türkei auf. Mit einer zeitnahen Vollstreckung des gegen ihn gerichteten Haftbefehls wegen Volksverhetzung, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sei „nicht zu rechnen“, erklärte die Behörde.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte bereits im November vergangenen Jahres die Ermittlungen gegen Hildmann übernommen.

Hildmann ließ sein Haus ausräumen

Zuvor waren laut Medienberichten über Monate hinweg an Hildmanns Wohnort in Brandenburg Anzeigen gegen den 39-Jährigen gesammelt worden. Hildmann war bei der Eskalation von Protesten am Reichstagsgebäude im August 2020 festgenommen worden.

Im Juli vergangenen Jahres soll Hildmann außerdem den Grünen-Politiker Volker Beck bedroht haben. Wenn er „Reichskanzler wäre“ solle für Beck die Todesstrafe „durch Eiertreten“ gelten.

Mindestens 1000 Anzeigen

Im Februar war bekannt geworden, dass Attila Hildmann sein Haus im brandenburgischen Wandlitz zum Verkauf anbietet. Ein Umzugsunternehmen hatte das Gebäude ausgeräumt. Der Hausherr war nicht anwesend, hielt aber zeitgleich die Behörden zum Narren. Über den Messenger-Dienst Telegram teilte er mit, dass er in „Urlaub“ sei. Wo genau verriet er nicht. 

Deshalb sprach die Staatsanwaltschaft schon damals von „Fluchtgefahr“ - und ordnete den Haftbefehl an. Offenbar zu spät: Hildmann hat sich abgesetzt. Gegen ihn liegen derzeit mindestens 1000 Anzeigen wegen Volksverhetzung und Beleidigung vor.