"Wer macht so etwas Gemeines kurz vor dem Fest?"
An den Dieb meines Autos: „Wenn Du irgendwo noch einen Funken Moral besitzt oder ein kleines Herz hinter deiner schwarzen Fassade“, so schreibt Katarina Miolin, dann möchte sie den Dieb bitten, ihr das Auto wieder zurückzugeben. Der Hilferuf von Katarina Miolin klingt verzweifelt und er fällt auf. Sie hat ihn in Berlin an U-Bahnhöfen und Häuserwänden im Innenstadtbereich ausgehängt. Der KURIER hat die getrennt lebende Mutter zweier Kleinkinder daraufhin ausfindig gemacht.
„Wer macht so etwas Gemeines kurz vor dem Fest?“, fragt sich Miolin immer wieder. In ihrem gestohlenen Auto waren noch zwei Kindersitze auf den Rücksitzen und ein Kinderwagen im Kofferraum verstaut. Das ist passiert: Am 12. Dezember, war die Mutter im Büro, als sich ein Unbekannter an ihrer Jacke und der ihrer Kollegin zu schaffen machte. Kollegen fiel der „extrem ungepflegte“ Mann auf und benachrichtigte sie. „Als ich in meine Jackentasche fasste, fehlten der Autoschlüssel und meine Zigaretten. Meine Kollegin vermisste ebenfalls ihr Feuerzeug und ihre Zigaretten“, sagt sie.
Ausgehändigte Flyer
„Ich bin sofort rausgerannt, um zu sehen, ob mein Auto noch da ist, das ich in einer Seitenstraße geparkt hatte“, so die zweifache Mutter. Doch da war es leider schon zu spät. Ihr weißer Kia Picanto war nicht mehr da, wo sie ihn morgens abgestellt hatte. In diesem Augenblick, so sagt sie, habe sie geglaubt, ihr ziehe jemand den Boden unter den Füßen weg. Katarina Miolin erstattete Strafanzeige bei der Polizei. Auf KURIER-Anfrage bestätigt ein Sprecher: „Die Anzeige liegt uns vor. Solche Fälle kommen in Berlin häufiger vor.“
Miolin hofft, den mutmaßlichen Täter mit ihren ausgehängten Flyern zu finden. Darauf beschreibt sie ihn folgendermaßen: „Etwa 1,75 Meter groß, längere dunkle Haare unter grauer Schlumpfmütze versteckt, auffällige Hakennase.“ Besonders tragisch: „Der Wagen ist erst drei Jahre und noch nicht abbezahlt. Wenn ich Pech habe, muss ich der Bank die Restschuld zahlen und habe kein Auto“, sagt Miolin.
Als Mutter sei sie aufs Auto angewiesen. „Ich muss die Kleinen in die Kita bringen und morgens pünktlich bei der Arbeit sein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es schwierig.“ Sie hofft noch auf ein Weihnachtswunder: „Vielleicht kommt der Mensch, der uns das angetan, hat ja noch zur Besinnung.“
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