Ratternder Stromzähler
Der verbreitete Nachname könnte der Grund dafür sein, dass in einem Japanischen Restaurant womöglich bald die Küche kalt bleibt, und die Besitzerin eines Nagelstudios die Gelackmeierte ist. Denn im Fall Nguyen gegen Nguyen soll Frau Ti Dung Nguyen 2000 Euro Stromkosten zahlen, die sie nie verursacht hat.
Frau Ti Dung Nguyens Nagelstudio in Pankow.
© Thomas Uhlemann
In der Pankower Mühlenstraße befinden sich im Parterre eines Eckhauses zwei Gewerbeeinheiten. Ein Nagelstudio und ein Restaurant. Beide werden unabhängig voneinander von Vietnamesen betrieben. Ti Dung Nguyen feilt fleißig Nägel. Herr Nguyen nebenan lässt fleißig Sushi rollen. Außer „Guten Tag“ oder „ngày tt lành“ haben sich die Nachbarn nicht viel zusagen. Im Keller des Gebäudes befinden sich die Stromzähler. Auf dem Zähler mit der Endziffer 77 steht SG Nails. Direkt daneben der Zähler mit Endnummer 78. Er rattert, wenn die Pfannen im Restaurant heiß laufen.
Missverständnisse aufklären
So weit so gut. Wenn nicht Frau Nguyen immer wieder Mahnungen bekäme, die den Zähler des Nachbarn betreffen. Knapp 2000 Euro soll sie zahlen. Bald wird der Strom abgeschaltet, droht das Inkassounternehmen. Als Frau Nguyen Herrn Nguyen darauf anspricht, fühlt der sich im Recht. Er bezahle seine Stromkosten regelmäßig – an einen anderen Anbieter. Frau Nguyen hat eine Kundin: Manuela Janda.
Die 66-Jährige lässt nichts unversucht, das Missverständnis bei Vattenfall aufzuklären. Sie schreibt, telefoniert. Sie fährt mit Frau Nguyen ins Kundencenter. Vergebens. „Wir könnten das Problem aussitzen, wenn der Strom abgeschaltet wird, dann beim Nachbarn“, sagt sie. Vattenfall-Sprecherin Julia Klausch will für Aufklärung sorgen. „Wir bemühen uns darum, das Problem zu lösen.“
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