Zuwanderung

Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz!

Man könnte den ganzen Streit um die Zuwanderung getrost zu den Akten legen, wenn absehbar wäre, dass die Deutschen nach Ablauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte wieder unter sich sein könnten.

Heiner Geißler
Lesezeit 2 Min

Man könnte den ganzen Streit um die Zuwanderung getrost zu den Akten legen, wenn absehbar wäre, dass die Deutschen nach Ablauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte wieder unter sich sein könnten. Aber das gehört in das Reich nationalistischer Illusionen und ist auch gar nicht zu wünschen.

Das eigentliche Problem Europas ist nicht die Zuwanderung, die wegen Armut, Bürgerkrieg und Unterdrückung größer und mächtiger werden wird, sondern die Alterssklerose dieses schönen Kontinents, dessen Bevölkerung in den nächsten zwei Jahrzehnten um 40 Millionen schrumpfen und gleichzeitig immer älter werden wird. Diese Vergreisung wird auf die Dauer sowohl die kulturelle als auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gefährden.

Auch die USA haben Zuwanderungsprobleme an der mexikanischen Grenze. Aber sie ermöglichen seit Langem eine gesteuerte Einwanderung und sehen darin vornehmlich die Chance zu einer Regeneration der intellektuellen, kulturellen und ökonomischen Ressourcen ihres Landes.

Von den 271 Amerikanern, die einen der medizinischen und naturwissenschaftlichen Nobelpreise bekommen haben, sind über ein Drittel nicht in den USA geboren. Bei uns in Deutschland werden prozentual gesehen vor allem Fußballspieler eingebürgert. Deshalb muss bei uns ein Einwanderungsgesetz geschaffen werden, in dem die Kriterien für eine Einwanderung z.B. nach einem Punktesystem wie in Kanada festgelegt werden. Davon zu unterscheiden ist das Asylrecht, das nicht angetastet und zahlenmäßig gedeckelt werden darf, wie die CSU und die AFD verfassungswidrig verlangen.

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