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So modernisieren sich die Vermieter reich

Baumaßnahmen haben oft nur den Zweck, die Mieten zu erhöhen.

BK
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Altbau-Modernisierungen bringen Mietern häufig mehr Nachteile als Vorteile.

Altbau-Modernisierungen bringen Mietern häufig mehr Nachteile als Vorteile.

© imago/STPP

„Das Unternehmen verdient gut an der Modernisierung“

Großvermieter verdienen sich mit Modernisierungen eine goldene Nase. Aber Mieter, die sich danach die erhöhte Miete nicht leisten können, müssen ausziehen – oder werden abhängig von Sozialleistungen. Dass es diesen oft behaupteten Zusammenhang wirklich gibt, wollte der Mieterbund gestern anhand des größten deutschen Vermieters belegen – des Konzerns Vonovia mit mehr als 40.000 Wohnungen in Berlin. 

„Das Unternehmen verdient gut an der Modernisierung“, sagt Mieterbund-Chef Ulrich Ropertz. In der Regel steige nach Energiespar-Umbauten die Miete dreimal so stark wie im Gegenzug die Energiekosten für die Mieter sinken. Bei Vonovia spiegele sich ein branchenweites Problem. Im Einzelfall müssten Mieter nach der Modernisierung bis zu 80 Prozent mehr zahlen, rügt Immobilien-Experte Stefan Kofner von der Hochschule Zittau/Görlitz. Der Mieterhöhungshebel Modernisierung werde „bis zum Anschlag ausgereizt“. 

Modernisierungen seien „sozialverträglich“

Vermieter können Modernisierungskosten mit elf Prozent auf die Jahresmiete umlegen – unabhängig von der Gesamthöhe der Kosten. Union und SPD haben vereinbart, die Umlage auf acht Prozent zu senken und den Mietaufschlag auf 3 Euro pro Quadratmeter zu begrenzen. Der Deutsche Mieterbund verlangt, das Limit bei 1,50 Euro zu setzen und die Erhöhung am Mietspiegel auszurichten.

Das Unternehmen Vonovia wies die erhobenen Vorwürfe gestern zurück: „Unsere durchschnittliche Modernisierungsumlage bewegt sich zwischen 1,60 bis 1,70 Euro pro Quadratmeter.“ Das sei „sozialverträglich“. Der Konzern modernisiert jährlich jede zwanzigste seiner rund 350.000 Wohnungen in Deutschland. Vonovia-Vorstandsmitglied Klaus Freiberg sagt, man wolle Mieter künftig vorab verständlicher informieren. Der Konzern suche auch nach Lösungen, um Härtefälle besser zu erkennen.

(BF)  

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