Als Betrüger stehen die Fußball-Fans aus Kolumbien nun vor Gericht. Angeklagt: 32 Fälle. Mit 55.000 Euro Schaden. Miyer Z., ein kleiner Bananen-Verkäufer: „Ich habe wenig Geld. Als ich die Reise zur WM plante, kam Landsmann P., bot Kreditkarten an.“ Und lockte: „Du kannst unbegrenzt einkaufen.“ 2500 US-Dollar wollte P. für die Fälschungen.
Der Bananen-Verkäufer: „Es war wie im Rausch!"
Sie brachen zwei Monate vor Beginn der WM in Russland auf. Mit Zwischenstopp in Deutschland. Erst shoppten sie in München, dann in Hamburg, schließlich ging es nach Berlin.
Sie gaunerten den Kudamm rauf und runter: Für 1730 Euro bei Versace – zwei Paar Sneaker, ein Polo-Shirt und ein Eau de Toilette. Für 1300 Euro Klamotten bei Hugo Boss. Und sie verschafften sich mit geklauten Bankdaten Dritter die teuersten Handys, ließen es sich in Restaurants und Nobel-Hotels fürstlich ergehen.
Der Bananen-Verkäufer: „Es war wie im Rausch! Ich konnte mir Dinge kaufen, die ich nur aus dem Fernsehen kannte.“
Abflug nach Moskau pünktlich zum WM-Anpfiff am 14. Juni. In den Stunden vor dem Start noch frech auf dem Flughafen in Tegel mit einer gefälschten American-Express-Kreditkarte eingekauft – für 1827 Euro.
Vier Jahre Gefängnis drohen
In Russland konnten sich die beiden Schwindler über den Sieg ihres Teams gegen Polen freuen. Dann kam das Aus im Achtelfinale. Kurz vor WM-Ende waren die Gauner wieder in Berlin.
Bis in einem Shop der Star-Marke Dolce & Gabbana die Handschellen klickten. Ein Eigentor, das jetzt Knast-Kleidung bedeutet: Um die vier Jahre Gefängnis drohen. Fortsetzung: Donnerstag.
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