„Wir haben das Missverständnis bereits auf unserer Internet-Seite berichtigt“, sagte er unserer Zeitung. Die Aufnahme zeige nicht den Zug. „Es ist ein Schacht.“ Nach einem kurzen Zögern ergänzte er: „Es ist auch nicht der Schacht, in dem der Zug ist. Es ist ein anderer Schacht. Wir sind ja nicht so dumm, etwas hinzustellen, wovon wir nicht sicher sind. Wir wollten nur die Möglichkeiten unserer Technik aufzeigen.“
Die Kritik, dass diese Aufnahme eine Fälschung sei, wäre nicht berechtigt. Ein polnischer Experte hatte sie geäußert. Andreas Richter: „Der Professor arbeitet zwar mit Bodenradar, aber sollte sich lieber mit unserer Technik auseinander setzen.“ Ob er denn dem KURIER ein paar Details vom Zug erzählen könnte? Richter: „Wir dürfen es nicht, haben dafür unsere Bevollmächtigten. Wir werden mehr sagen, sobald die Armee den Fund verifiziert hat.“ Und Richter beklagt sich: „Wir haben keinen Kontakt zu den Behörden, keinen Einfluss. Wir fühlen uns alleingelassen.“
Ist das alles nur ein cleverer Zug von Andreas Richter und seinem Mitentdecker Piotr Koper? Wollen sie einen größeren Happen des Nazi-Goldzugs abbekommen? Schließlich haben sie nach eigener Aussage eigene „Sponsoren“, so dass der Zug nicht auf Staatskosten geborgen werden müsse. Das weisen Richter und Koper von sich. „Wir haben überlegt, einen bedeutenden Teil in die Einrichtung eines Museums über diese Entdeckung zu investieren“, erklärten die angeblichen Finder beim TV-Sender TVP.
Ist der Nazi-Goldzug nur ein Zug nach nirgendwo? Das wird sich wohl erst klären, wenn die polnischen Armee-Experten ihre Untersuchungen abgeschlossen haben. Zug um Zug wird die Wahrheit ans Licht kommen. Für die Stadtoberen von Walbrzych darf es ruhig ein Bummelzug sein. Das angebliche Nazigold schwemmt Touristen und Neugierige zuhauf an. Und Walbrzych hat Erfahrung mit Gold, zumindest mit schwarzem Gold. Immerhin war die Stadt bis Anfang der 1990er Jahre das Zentrum des niederschlesischen Steinkohlereviers.
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