Gerade mal 481 Euro Rente bekommt etwa Klaus Grewe (66). Ohne Zuverdienst wäre der Ex-Berufskraftfahrer also ziemlich aufgeschmissen. Auf der Internet-Seite „Rent a Rentner“ (www.rentarentner.de) sucht er nach körperlichen Arbeiten jeder Art. Er sagt: „Ich kann auch im Alter noch Kraft-Akte vertragen.“ Aber so rüstig ist längst nicht jeder Senior mit Niedrig-Rente.
Neue Zahlen des Bundes-Sozialministeriums belegen: Vier Millionen Deutschen droht Altersarmut, jeder dritte Ostdeutsche ist betroffen. Wer unter 1700 Euro verdient, wird später zum Sozialfall.
U-Bahn-Fahrer schrubbt jetzt Toiletten, sonst könnte er die Zahnarztrechnung nicht bezahlen! 38 Jahre lang arbeitete Lutz Höhne (64) aus Wedding als U-Bahn-Fahrer bei der BVG. Er bekommt 1100 Euro Rente, von denen 520 Euro für die Miete draufgehen. Höhne sagt: „Nach Abzug aller Kosten bleiben mir 250 Euro zum Leben.“ Ganz schön wenig, weshalb der Ex-BVG-Mitarbeiter jetzt als Toilettenmann jobbt. Immer an den Wochenenden in der Diskothek E4. Höhne: „Sonst käme ich mit meinen Kosten nicht hin.“ Gerade erst musste er 104 Euro beim Zahnarzt zuzuahlen.
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Zu wenig zum Leben: Nach Miete bleiben nur 300 Euro übrig Für Margarete Gaubies reicht die monatliche Rente von 698 Euro vorn und hinten nicht. Die 79-Jährige aus Friedrichshain sagt: „Abzüglich der Miete bleiben mir nur knapp 300 Euro. Davon kann niemand leben!“ Deshalb arbeitet sie auch viermal monatlich am Empfang des „Berliner Schauspielhauses“. Knapp 400 Euro verdient sich die Ex-Sekretärin so dazu. Beim Sozialamt um einen Rentenzuschuss zu bitten, käme für Gaubies nicht infrage. Sie sagt: „Ich will stolz auf meine eigene Leistung sein.“
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Zuverdienst für kleine Wünsche und um den Lebensstandard zu halten Um seine Rente aufzustocken, arbeitet Hans Joachim Fröhlich (71) in Call Centern oder als Vertreter. Vor Weihnachten übernahm er auch schon die Leitung eines Weihnachtsbaum-Marktes. Der studierte Pädagoge sagt: „Hat man Wünsche und will sie sich erfüllen, so ist man heutzutage gezwungen, etwas dafür zu tun.“ Zwar muss Hans Joachim Fröhlich mit seinen 1200 Euro Rente nicht hungern, aber er sagt auch: „Ich möchte mir meinen Lebensstandard erhalten.“ Das allerdings geht nicht von allein.
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Nur Mini-Jobs nach Kündigung, jetzt hebt er sogar Flaschen auf Heinz Behnke (67) „wurschtelt“ sich so durch. Früher, bis 1992, war er Brauer bei Schultheiss. Aber dann wurde ihm gekündigt. Behnke: „Wäre das nicht passiert, hätte ich eine schöne Rente. So aber musste ich mich jahrelang mit einem kleinen Bäckerei-Job über Wasser halten.“ Lohn: 1,50 Euro pro Stunde. So erfuhr Behnke schon vor 20 Jahren, was vielen jobbenden Rentnern erst im Alter blüht. Um heute seine 761-Euro-Rente aufzubessern, sammelt er öfter Flaschen.
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Amanda Mampell blättert in den vielen Schreiben vom Amt und ihrem Vermieter. Sie füllen mehrere Aktenordner.
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Die fantasievollen Theater-Handpuppen hat Amanda Mampell selbst gemacht. Viele hat sie schon verkauft.
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Das Badezimmer wurde seit den 70er Jahren nicht saniert.
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Die Fassade des Wohnhauses in der Zossener Straße hat der Vermieter bereits sanieren lassen.
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Vater Klaus, Genetik-Professor, lehrte an Universitäten, schrieb Bücher.
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Ihre Mutter Tera wurde in Holland geboren. Sie war Schauspielerin.
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