Zu viele Patienten, stundenlange Wartezeiten

Notfall Notaufnahme

Zu viele Patienten, stundenlange Wartezeiten: Die Rettungsstellen in den Kliniken sind heillos überlaufen. In Neukölln droht bereits der Kollaps.

Norbert Koch-Klaucke
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Die Zahlen sind alarmierend. Auf Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck teilte die Gesundheitsverwaltung mit, dass allein in der Rettungsstelle Neukölln die Fälle innerhalb von vier Jahren rasant stiegen – um 14 Prozent, von 67431 (2010) auf 76928 (2014). Ursprünglich war die Notaufnahme für 25000 Patienten pro Jahr ausgelegt. Es droht der Kollaps, muss der Senat zugeben.

Aber auch die anderen Berliner Kliniken sind heillos überlaufen. Die jährliche Zahl der Rettungswagenfahrten der Feuerwehr zu den Notaufnahmen stieg von 249016 (2012) auf 275157 (2014). Auch hier liegt das Neuköllner Vivantes-Klinikum an der Spitze (mit 22926 Anfahrten, 1554 mehr als 2012), gefolgt vom Vivantes Friedrichshain (19206, +1837) und dem Charité-Campus Virchow (18921, +1817).

Erschwerend kommt dazu, dass Hunderte von Berlinern abends oder am Wochenende in die Notaufnahmen strömen, wenn die Arztpraxen zu haben. Oft, um am Ende ein Mittel gegen Schnupfen oder Bauchweh zu erhalten. „Etwa die Hälfte der Patienten, die zu uns kommen, sind keine echten Notfälle“, sagen Notfall-Ärzte.

Die Gesundheitsverwaltung greift daher zum Rettungsplan. Um Notfälle schneller und besser einschätzen zu können, um damit Wartezeiten abzubauen, sollen ab 2016 die Rettungsstellen personell mit extra geschultem Personal verstärkt werden. Notaufnahmen sollen ausgebaut werden, wie die in Neukölln, die auch Anlaufstelle für Teile in Brandenburg ist.

Das Geld dafür soll aus den Landes-Investitionspauschalen für die Kliniken kommen. Dafür sind im künftigen Doppelhaushalt insgesamt 107 Millionen Euro für 2016 und 109 Millionen Euro für 2017 eingeplant.

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