Zu viele Patienten!

Berliner Rettungsstellen funken SOS

Zwischen Kliniken, Senat und Kassenärztlicher Vereinigung (KV) gibt es Konflikte.

Gerhard Lehrke
Lesezeit 2 Min
Rettungsstellen sind überlaufen. 

Rettungsstellen sind überlaufen. 

© imago

1,2 Millionen mal wurden Menschen 2012 – frischere Zahlen gibt es nicht – in den 39 Rettungsstellen behandelt. Ein Zuwachs von 19 Prozent gegenüber 2008. Vier von zehn Patienten kommen während der Sprechzeiten von Arztpraxen. Rund 70 Prozent konnten nach ambulanter Behandlung gehen.

Die Feuerwehr steuert nur einen Teil der Patienten bei: 2015 verzeichnete sie 364.000 Rettungswageneinsätze.

Seitens der Krankenhäuser wird beklagt, dass niedergelassene Ärzte zu wenig für die Notfallversorgung tun, was die KV zurückweist: Täglich seien Bereitschaftsärzte mit bis zu 24 Wagen auch außerhalb der Sprechzeiten unterwegs, die man telefonisch über 31 00 31 anfordern kann. 150 000 Einsätze pro Jahr belegten das.

Die KV beklagt, dass die Politik falsche Signale aussende und darauf verzichte, steuernd einzugreifen – Kritik an Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Sie hatte erklärt, dass man die Patienten nicht „umerziehen“ könne – die Versorgung müsse sich ihnen anpassen und nicht umgekehrt.

Erster Schritt: Portalpraxen. An bislang 13 Krankenhäusern behandeln niedergelassene und Klinikärzte außerhalb der von Sprechzeiten normaler Praxen leichtere Erkrankungen und Verletzungen.

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