Einen Vorgeschmack aufs Oberhaus kostete Viktoria im August 2014. Im DFB-Pokal mussten sich die Hellblau-Weißen mit dem Traditionsclub Eintracht Frankfurt messen. Das Spiel fand vor 10.514 Zuschauern statt, im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg – fernab der sportlichen Heimat.
Künftig könnten Duelle mit namhaften Gegnern Ligaalltag werden. Viktoria mischte in dieser Saison in der Regionalliga bereits ganz oben mit, 2018 soll der große Wurf gelingen. Aber: Mit ein wenig Pech hat dann der Verein, einer der ältesten in Deutschland, keine Heimat mehr.
Die Senatsverwaltung für Sport versucht zu beruhigen
Das eigene Stadion Lichterfelde (Fassungsvermögen 4300 Zuschauer) am Ostpreußendamm ist laut Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht für den Profifußball geeignet, Olympiastadion und Alte Försterei überdimensioniert.
Und nun? Die Senatsverwaltung für Sport versucht zu beruhigen. „Im Falle des Aufstiegs eines Berliner Vereins in die 3. Liga kann der Spielbetrieb im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ausgetragen werden“, so ein Sprecher.
Die Einschränkung wird jedoch gleich angefügt: „Sofern der DFB aufgrund der fehlenden Rasenheizung eine Ausnahme zulässt“. Diese dürfte es zwar in den ersten beiden Jahren geben, anschließend müsste jedoch ein geeignetes Stadion her.
Es bliebe als Ausweich-Stadion der Jahn-Sportpark
Die CDU Tempelhof-Schöneberg bringt dafür das Stadion am Volkspark Mariendorf (einst gab es Überlegungen, die Arena auszubauen) und die Sportanlagen in der Dominicusstraße und dem Vorarlberger Damm ins Spiel.
Die zuständige Senatsverwaltung blockt diese Vorschläge ab, verweist darauf, dass andere Berliner Stadien (erst recht nicht im derzeitigen Viktoria-Umfeld) aufgrund der Kapazitätsanforderungen und der technischen Mindeststandards mit vertretbarem Aufwand nicht ertüchtigt werden könnten.
Es bliebe als Ausweich-Stadion der Jahn-Sportpark. 170 Millionen Euro sollen in Zukunft in Modernisierung und Sanierung der Gesamtsportanlage investiert werden. Laut Senatssprecher entfallen davon 50 Prozent auf das Stadion.
Zwei Problempunkte zeigen sich aber jetzt schon: Der Umbau muss noch in die Investitionsplanung des Landes Berlin aufgenommen werden. Und: Auch der aufgehübschte Sportpark wäre am Ende nur für Liga 2 tauglich.
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