Die EU-Kommission will die Ergebnisse der Umfrage zunächst detailliert aufbereiten und demnächst veröffentlichen. Die durchgesickerten Ergebnisse wollte Kommissionssprecher Margaritis Schinas am Mittwoch nicht bestätigen. Den Zahlen zufolge sprachen sich mehr als 80 Prozent der Umfrage-Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Eine etwas schwächere Mehrheit entschied sich für die dauerhafte Sommerzeit. Dabei kamen drei Millionen der 4,6 Millionen Antworten aus Deutschland.
Zeitumstellung soll EU-weit einheitlich sein
Die EU-Kommission prüft derzeit im Auftrag des Europaparlaments, wie es mit der im EU-Recht geregelten Zeitumstellung weitergehen soll. Die Mitte August beendete Online-Umfrage sollte Hinweise geben. Es handelt sich allerdings ausdrücklich nicht um ein Referendum oder eine verbindliche Vorgabe.
Bei der Umfrage konnten Teilnehmer angeben, ob sie die Zeitumstellung weiter wünschen oder für eine Abschaffung plädieren. Das soll EU-weit einheitlich geregelt bleiben. Und sie konnten wählen, ob lieber dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten sollte. Diese Frage wiederum liegt im Ermessen der Mitgliedsstaaten.
Gegen eine Änderung der per EU-Richtlinie vorgeschriebenen Zeitumstellung könnte lediglich sprechen, dass eventuell nicht alle EU-Staaten dauerhaft die Sommerzeit einführen wollten, sagt Daniel Caspary, Chef der CDU- und CSU-Abgeordneten im Europaparlament. Dies könnte dann zu der ungünstigen Situation führen, dass es zwischen mehr EU-Ländern Zeitunterschiede gebe als derzeit. Chaos droht.
Energieeinsparung ist nicht zwingend gegeben
In Deutschland hatten sich im Frühjahr bereits in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK 73 Prozent der Befragten gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Rund ein Viertel berichtete, schon einmal Probleme damit gehabt zu haben. Betroffene geben an, unter Konzentrationsschwierigkeiten und Gereiztheit zu leiden.
Eine positive Wirkung der Zeitumstellung ist längst umstritten. So knipsen die Deutschen laut Umweltbundesamt zwar wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Energieeinsparungen sind damit nicht unbedingt gegeben. Genau das war aber die Idee, als die Uhrenumstellung nach der Ölkrise in den 70er Jahren eingeführt wurde.
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