Die Krähenrettung, die die Polizei mit einem kleinen Gedicht auf Facebook postete, ist kein Einzelfall. Hier kommen neun weitere "tierische" Einsätze, mit denen die Beamten in jüngster Zeit zu tun hatten:
Humboldt, die "Warteschlange"
Die gehört definitiv nicht hierher, dachte sich ein Spaziergänger am Mittwoch, als er im Humboldthain eine Schlange entdeckte. Er gab das Reptil auf dem Abschnitt 35 ab. Prompt tauften die Polizisten das Tier auf den Namen Humboldt. Die "Warteschlange" soll im Tierheim landen, falls sich ihr Besitzer nicht in nächster Zeit meldet.
Die Schildkröte im Brunnen am Alex
Ein Glück, dass es schon warm war: Mitte Mai konnte man am Alexanderplatz beobachten, was passiert, wenn eine ausgesetzte Wasserschildkröte auf einen Polizisten trifft. Der Beamte zog kurzerhand Schuhe und Socken aus, krempelte die Hosenbeine hoch und stieg ins Wasser, um das Reptil herauszuholen. Dafür gab's jede Menge Applaus von den Umstehenden. Der Schildkröte schien es nicht ganz so gut zu gefallen, gerettet zu werden - sie versteckte sich erst einmal in ihrem Panzer. Wer die Wasserschildkröte ausgesetzt hatte, ist unbekannt. Das Tier kam ins Tierheim.
Teddyhamster Sir Henry
Teddy-Hamster Sir Henry in einer Handschuh-Box.
© Polizei Berlin
Absolut niedliche Bilder von einem Teddyhamster in einer Handschuhbox twitterte die Berliner Polizei Anfang Mai. Hintergrund: Ein Patient des Vivantes Klinikums in Spandau hatte den Hamster mutterseelenallein in einem angrenzenden Park gefunden und die Polizei alarmiert. Zwei Polizisten des Abschnitts 21 nahmen den kleinen Kerl daraufhin in ihre Obhut, brachten ihn zunächst aufs Revier und versorgten ihn dort mit frischem Heu. Nachdem die Einsatzkräfte ihr Findelkind auf den Namen Sir Henry getauft hatten, ging es im Streifenwagen weiter Richtung Tierheim. Wo Sir Henry ursprünglich herkam, ist nicht bekannt.
Die Entenküken im Gully
"Flüchtige Entenküken" twitterte die Polizei Ende April. Dahinter steckt eine Geschichte mit Flauschfaktor. Passanten hatten der Polizei gemeldet, dass die Entlein in einen Gully in Friedenau gefallen seien. Die Beamten "angelten" mit einem Kescher insgesamt sechs Küken aus dem Loch. Nachdem die Polizisten auch nach der Entenmutter erfolgreich "gefahndet" hatten, durfte die Familie im Rudolph-Wilde-Park weiterwatscheln.
Hausschwein Gustl in der Katzenbox
Schwein gehabt! Das kleine Hausschwein wurde aus der engen Katzentransportbox befreit. (Symboldbild)
© imago/Gerhard Leber
Eigentlich waren die Polizisten bereits auf einen Leichenfund vorbereitet, dann entpuppte sich der Einsatz aber als etwas ganz anderes. Anfang Februar hatte ein Mann Streifenpolizisten darauf aufmerksam gemacht, dass sich auf dem stillgelegten Eisfabrik-Gelände in Mitte ein lebloser Mann und ein Hund befinden sollten.
Als die Beamten das Areal auf der Suche nach Mann und Hund abschritten, hörten sie ein leises Grunzen - und entdeckten ein kleines Hausschwein, das in einer Katzentransportbox saß. Das Schweinchen wurde befreit und auf die Wache mitgenommen, wo es neben Futter und Wasser auch einen Namen bekam: Gustl. Wie Teddyhamster Sir Henry fuhr auch Gustl mit Polizeibegleitung ins Tierheim.
Der verirrte Schwan auf der Oberbaumbrücke
In diesem Fall kamen sogar Schlagstock und Schutzschild zum Einsatz: Ein junger Schwan hatte sich im Oktober vergangenen Jahres auf der Oberbaumbrücke verirrt. Als ein Passant das Tier entdeckte, rief er die Polizei. Mit dem Schlagstock leitete ein Polizist das Jungtier vorsichtig zurück in die Spree. Weil er befürchtete, der Schwan könne beißen, benutzte er außerdem sicherheitshalber ein Schutzschild.
Ebenfalls mit einem Schwan hatte es die Bundespolizei im April dieses Jahres zu tun: Der Vogel hatte sich verletzt und saß in Tiergarten auf den S-Bahn-Gleisen.
Der komplette Bahnverkehr musste unterbrochen werden. Ein Bundespolizist hob den Schwan herunter und brachte ihn auf seinen Armen in Sicherheit.
Das Eichhörnchen-Baby
Winzig und hilflos: So fand ein Polizist einer Einsatzhundertschaft im vergangenen Jahr ein Eichhörnchen-Baby auf. Ganz klar: Auch der kleine Nager wurde gerettet.
Das illegale Schlangennest
Diese Zebrakobra ist eine von 22 Schlangen, die aus der Berliner Wohnung gerettet wurde.
© dpa
21 Giftschlangen, einen Netzpython und einen giftigen Skorpion mussten die Beamten im April aus einer Wohnung in Berlin holen. Der Halter hatte die Tiere illegal in zwei Zimmern in übereinander gestapelten Terrarien aufbewahrt. Fünf Menschen waren nötig, um allein den Python einzufangen, vier Stunden dauerte die Aktion. Die Tiere wurden anschließend in das Reptilienschutzzentrum Brandenburg gebracht.
Der Welpe, der online verkauft werden sollte
Dieser Welpe war gerade einmal vier Wochen alt.
© Polizei
Ebenfalls illegal war, was jemand mit einem gerade einmal vier Wochen alten Welpen im Mai in Wedding vorhatte: Der kleine Hund sollte über eine Online-Kleinanzeigen-Börse verkauft werden. Laut Tierschutzgesetz ist es jedoch verboten, Hunde, die jünger als acht Wochen sind, von der Mutter zu trennen. Die Polizisten nahmen den Welpen in Obhut. Gegen den Verkäufer wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.
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