Youtube-Star Yo Oli

Wenn es hart auf hart kommt, versteckt er sich

8 Monate auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Den Zuschauern im Saal zeigte Yo Oli bewusst nur den Rücken, versteckte sein Gesicht hinter einem Hefter.

Den Zuschauern im Saal zeigte Yo Oli bewusst nur den Rücken, versteckte sein Gesicht hinter einem Hefter.

© Pressefoto Wagner

Blick zu Boden, den Zuschauern im Saal zeigte er bewusst den Rücken: Acht Monate Haft auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen gab es für den Berliner. Zudem soll er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Und er soll sich 30 Stunden sexualpädagogischen Gesprächen stellen – „als Gelegenheit zur Selbstreflexion“. Denn Sex-Aktivitäten hätten sein ganzes Leben bestimmt. Doch von den schweren Vorwürfen der Vergewaltigung, des Kindesmissbrauchs und der sexuellen Nötigung wurde „Yo Oli“ freigesprochen. Der Richter: „Die Sexualkontakte waren stets einvernehmlich.“

Anstößige Szene aus einem Yo-Oli-Video.

Anstößige Szene aus einem Yo-Oli-Video.

© Youtube

Der Youtuber, der mit seinen grenzwertigen Aktionen bis zu 300.000 Abonnenten hatte, war von drei Mädchen angezeigt worden. Die Schülerinnen – 13, 14 und 16 Jahre alt – gaben zu Protokoll, er habe sie unter dem Vorwand, ein Video für einen seiner Kanäle zu drehen, in sein Auto gelockt. Auf entlegenen Parkplätzen habe er sie zu Sex gezwungen.

Angeklagter hatte Sex mit 13-Jähriger

Einen Schuldspruch bekam er wegen Sex mit der jüngsten Zeugin. Zwar war sie 13, hatte sich aber als 15-Jährige ausgegeben. Der Richter: „Dass sie 13 und ein Kind war, konnte er nicht wissen.“ Er habe jedoch ihre Unreife ausgenutzt: Wenn jemand über 21 Jahre Sex hat mit jemanden unter 16 Jahren unter Ausnutzung fehlender Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung, ist das strafbar.

Die schweren Anschuldigungen der Teenager sah das Gericht klar widerlegt. Der Fall einer 16-Jährigen aus Schleswig-Holstein. Der Richter: „Sie sagte, er habe sie auf eine Matratze im Auto gezerrt. Wir haben Videos gesehen, auf denen sie fröhlich darauf sitzt.“ Sie habe W. Monate später angezeigt – „nachdem Mitschülerinnen das Video sahen, war ihr Ruf ruiniert.“

Der Fall der 13-Jährigen. Der Richter: „Sie war verliebt in ihn, wollte den Kontakt unbedingt.“ Im Mai und im Juni kam es zu Sex. Nicht gewaltsam. Der Richter: „Er hatte andere Möglichkeiten.“ Er sei manipulativ vorgegangen. Der Youtuber hatte im Prozess erklärt: „Wenn sie nicht gewollt hätte, wäre ich 30 Kilometer weiter zur nächsten gefahren.“ Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. „Yo Oli“ wollte Freispruch. KE.

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