Wurde hier ein Attentat geprobt?

Feuerwehrmann bei Explosion in Treptow verletzt

Schwere Verletzungen zog sich in der Nacht ein Feuerwehrmann zu, als er eine brennende Tüte löschen wollte.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Spurensicherung auf der Kiefholzbrücke

Spurensicherung auf der Kiefholzbrücke

© Abix Lizenz

Mittwochmorgen, 2.05 Uhr, kommen zwei Feuerwehrmänner vom Einsatz und fahren gerade zurück zur Treptower Wache. Auf der Kiefholzbrücke im Ortsteil Baumschulenweg bemerken sie eine qualmende Papiertüte, wollen sie löschen. Während der 35-jährige Sanitäter aus dem Fahrzeug steigt, um den Unrat schnell zu löschen, bleibt sein Kollege (33) im Wagen sitzen. Plötzlich ein ohrenbetäubender Knall, scharfe Metallsplitter fliegen durch die Luft.

Der Feuerwehrmann sackt zusammen, wird blutüberströmt mit Knalltrauma, Bein- und Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Umherfliegende Splitter haben sich unter anderem in sein Schienbein gebohrt. Er muss sofort notoperiert werden. „Kaum denkbar, was passiert wäre, wenn er sich gebückt hätte“, sagt ein Feuerwehrsprecher. Sein Kollege – vom Einsatzwagen geschützt – erleidet ebenfalls ein Knalltrauma.

„Streifenwagenbesatzungen haben den laute Knall sogar noch mehrere Kilometer weiter gehört“, sagt eine Polizeisprecherin. Die Kriminaltechnik der Polizei wertet derzeit die Spuren vom Tatort aus. Es besteht Hoffnung, dass sie noch DNA an den rasiermesserscharfen Splittern finden. Zudem werden Zeugen befragt, ob sie etwas Verdächtiges gesehen haben.

Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass der oder die Täter die Bombe kurz zuvor zündeten und sich dann im Unterholz versteckten. „Vielleicht fehlte ihnen der Mut, den Kollegen zu warnen“, meint ein Feuerwehrsprecher. War es eine vorsätzliche Sprengfalle von Extremisten oder die kranke Tat eines Wahnsinnigen?

Sicher ist: Der Sprengsatz wurde vorsätzlich an der Straße abgelegt und zur Detonation gebracht. Den Tätern war bewusst, dass sie jemanden verletzen oder gar töten könnten. Tretpow-Köpenicks SPD-Abgeordneter Tom Schreiber zum KURIER: „Das trägt terroristische Züge. Möglicherweise handelt es sich um eine extremistische Tat.“ Der Staatsschutz ermittelt.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema