Es kommt die Zeit, in der das Wünschen wieder hilft“, sang einst die Band Die Toten Hosen. In diesen Tagen ist sie definitiv da, die Wünschezeit. Niedliche Niederschriften haben Hochkonjunktur: Wunschzettel, liebevoll gestaltet, gemalt, aus Katalogen ausgeschnitten und aufgeklebt oder mit den ersten frisch gelernten Buchstaben endlich selber notiert.
Klara aus Berlin-Mitte ist neun Jahre alt und weiß genau was sie will. Dicke und bunte Filzstifte – die braucht sie nämlich für die Schule. Auf einer Liste für das Weihnachtsfest hat sie ihre Wünsche formuliert. Einen Besuch beim Roncalli Weihnachtszirkus oder bei der Show Cavalluna fände Klara richtig stark.
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Die Weihnachtswünsche meines Sechsjährigen nehmen sich, wenn man sie denn entziffert hat, bescheiden aus: „Ein Legopeg, ein nois Supermenkostüm, ein kuschliger Pinguin mit Schlafsag“. Mit seiner Liste liegt Junior voll im Trend. Lego, Kuscheltiere und irgendwas mit Superhelden und Dinos gehen bei den Kleinen immer. Bei den Mädchen stehen Elsa- und Anna-Spielzeug und Schleichtiere auf den Wunschzetteln – und gemeinsame Unternehmungen: Anstelle von noch mehr Spielzeug wünscht sich etwa die dreijährige Schwester des Supermans etwas, was man auf Neudeutsch Qualitytime nennt. Einmal mit allen gemeinsam auf den Fernsehturm. Das sollte kein Problem für den Weihnachtsmann sein.
Mila dreht mit Papa Ronaldo ihre Runden auf der Eisbahn. Die Dreijährige wünscht sich nichts sehnlicher als eine Babypuppe mit Haarspange. Weil sie noch nicht schreiben kann, haben ihre Eltern sie beim Einkaufsbummel genau beobachtet. Bei den Puppen wurde Klein-Mila schwach.
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Ob Santa auch so großzügig ist, wenn da beim Erstklässler ein Tablet zum Zocken gewünscht wird, entscheiden aber immer noch die Eltern. Bekommt er nicht, sagen sie dann manchmal und kaufen etwas pädagogisch Wertvolles wie einen Tiptoi Globus oder einen ferngesteuerten Rennflitzer – ist ja auch irgendwie digital. Oder Kuscheltiere. Ob der weiße Eisbär aus dem Supermarkt oder der Pinguin im Schlafrock, es kann nie genug fellige Begleiter für ein Kind geben. Das zeigen auch die Wunschzettel, die in diesem Jahr in der Poststelle in Himmelpfort (Oberhavel) eintrudelten. Am Freitag hat der Bärtige die schönsten ausgezeichnet.
261.000 Briefe von Kindern aus aller Welt an den Weihnachtsmann
Rund 261.000 Briefe von Kindern aus aller Welt trafen seit Ende November in Himmelpfort ein, wie die Deutsche Post mitteilt. Zehn Mädchen und Jungen aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern durften den Weihnachtsmann besuchen, weil ihre Zettel besonders schön gestaltet waren.
Anna mit der bunten Einhornmütze wünscht sich einen Hund, der hüpfen kann und ein Pferd, das Mauern überwindet. Jeden Sonnabend geht sie reiten, sie liebt Pferde. Mit ihrer Mama Alexandra wird die Fünfjährige Weihnachten bei der Familie in Polen verbringen.
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Auf den ausgewählten Wunschzetteln waren klassische Weihnachtsmotive zu sehen: der Weihnachtsmann, sein Rentierschlitten und Sterne. Der längste Brief kam nach Angaben der Post in diesem Jahr von einer Kita aus Hohen Neuendorf im Landkreis Oberhavel: 64 Kinder hatten ihre Weihnachtswünsche auf einen 21 Meter langen Wunschzettel gemalt.
Sam aus (3) Schöneiche ist ein großer Ritter-Fan. Er wünscht sich ein Tiptoi-Buch mit Burgen und Recken. Auch ein grünes, ferngesteuertes Auto wäre nicht schlecht. Und ein Geschwisterchen. Darum muss sich allerdings Mama Sarah kümmern, nicht der Weihnachtsmann.
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Die längste Reise hatte ein Brief hinter sich, der aus Neuseeland kam. Insgesamt kam jeder zwanzigste Brief aus dem Ausland, die meisten aus Taiwan, Polen und China. Auf den Plätzen vier bis acht liegen die Briefe aus Russland, der Schweiz, Italien, Litauen und den USA.
Lena (6) möchte hexen können
Die Filiale in Himmelpfort ist bundesweit die größte der sieben Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Seit Mitte November beantworten der Weihnachtsmann und seine 20 Helfer Briefe und Wunschzettel von Kindern – auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und in Blindenschrift. Im Vorjahr gingen rund 277.000 Briefe in Himmelpfort ein.
Die drei Mädels Nieke (8), Emilia(9) und Luka (7) haben unterschiedliche Wünsche. Nieke freut sich über Schleich-Feen. Emilia ist Harry Potter Fan und hätte gern neinen Tarnumhang. Luka wünscht sich ein Drachenei. Und eine Schlittenfahrt mit dem Weihnachtsmann.
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Übrigens hatten Wunschzettel zu ihrer Entstehungszeit wenig mit den Wünschen der Kinder zu tun. Vielmehr enthielten die aufwendig geschmückten Bögen Lobhudeleien auf die Eltern, Tanten, Onkel und Paten in Schönschrift. Kinder dankten den Alten und gelobten schriftlich gutes Benehmen.
Erst will Theodor nicht so recht raus mit der Sprache, doch dann verrät er doch noch seine Weihnachtswünsche. Ein Lego-Hochhaus und Pokémonkarten. Und dass alle gesund bleiben wünscht sich der Fünfjährige aus Ludwigsfelde. Mama Anne (33) auch.
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Heute aber dürfen die Kinder wünschen, was das Zeug hält. So wie Maximilian (8) aus Greven etwa. Er wünscht sich einen Wolf. Luisa (7) aus Halle schrieb, ihr größter Wunsch sei es, die Rentiere des Weihnachtsmannes zu streicheln. Und Lena (6) aus Rostock möchte gern hexen können.
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