Kölling hatte im Februar in Berlin gegen Ricci seinen WBA-Intercontinental-Titel im Halbschwergewicht verloren. Bei der klaren Niederlage wirkte der Berliner irgendwie gehemmt. Und zwei Monate später gab es dann leider auch die Schreckensdiagnose. Der Junge aus Marzahn leidet an der Zuckerkrankheit, nahm plötzlich sieben Kilo ab, wurde immer schwächer und musste sogar mit dem Notdienst ins Krankenhaus gebracht werden.
Dass der 25-Jährige über den KURIER an die Öffentlichkeit ging, um anderen Mut zu machen, hat sich inzwischen auch bis nach Italien rumgesprochen. Und Ricci suchte sofort den Kontakt zu seinem Ex-Gegner, schickte ihm über Facebook in einer persönlichen Nachricht herzzerreißende Worte. „Hallo, Krieger, ich lese gerade, was sie bei Dir diagnostiziert haben. Du bist ein großer Kämpfer und wirst diesen Kampf gewinnen! Ich unterstütze Dich, auch wenn Du weit entfernt bist. Und denke daran, dass Du in Italien einen Freund hast! Ich umarme Dich!“, so der 25-jährige Römer.
Eine Riesengeste! Im Ring kannte Ricci als „Predator“ vor einem halben Jahr kein Erbarmen. Aber jetzt holt er nicht mit den Fäusten aus, sondern mit einem Mutmacher. Und Kölling ist total gerührt, schrieb dem Italiener natürlich auch gleich zurück. Kölling: „Ich danke Dir für Deine netten Worte und kann Dir versprechen, dass mich diese Krankheit nicht vom Boxen trennen kann. Ich arbeite noch härter als vorher und bin mir sicher, dass ich noch einmal die Ehre bekommen werde, gegen Dich zu boxen. Hoffentlich dann um eine Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft! Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg für Deine nächsten Kämpfe. Und eine brüderliche Umarmung zurück!“
Emotionaler geht’s kaum! Und beide könnten sich sogar ziemlich bald im Ring wiedersehen. Der Sauerland-Boxstall hatte für den Fall einer Niederlage vertraglich einen Rückkampf vereinbart. Kölling hat also die Chance, seinen Gürtel von Ricci zurückzuholen. Aber egal, wer dann jubelt. Freunde bleiben die zwei auf jeden Fall!
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