Würge-Mord

Vor der Tat feierte der Killer im Dorf

Er bat um einen Kaffee, fiel dann über die Berlinerin her.

Alexander Schmalz
Lesezeit 2 Min
Die Rechtsmedizin untersucht noch immer die Leiche.

Die Rechtsmedizin untersucht noch immer die Leiche.

© Gadewolz

Der Umzug von Berlin aufs idyllische Dorf Siedenbollentin (Mecklenburgische Seenplatte) hauchte ihr neue Lebensfreude ein. Doch dann klingelte am vergangenen Sonnabend ihr mutmaßlicher Mörder an der Haustür und bat um einen Kaffee. Der in der 600-Einwohner-Gemeinde sehr bekannte Unternehmer und Sponsor des Fußballvereins kam gerade vom Dorffest. Die Einwohner feierten den Aufstieg in die Landesliga.

Laut Staatsanwaltschaft soll er die 29-Jährige danach in ihrem Haus sexuell genötigt haben. Wie das furchtbare Martyrium genau ablief, ist jedoch noch rätselhaft. Ermittler können noch immer nicht zweifellos beweisen, dass Bianca R. von ihrem mutmaßlichen Mörder missbraucht wurde.

Die Leiche von Bianca R. wurde im Moor entdeckt.

Die Leiche von Bianca R. wurde im Moor entdeckt.

© Privat

Die Leiche lag im Moor

„Derzeit finden noch weitere rechtsmedizinische Untersuchungen statt, die das klären sollen“, erklärt Oberstaatsanwältin Beatrix Komning. Es besteht jedoch der dringende Verdacht, dass Andreas K. sie zum Sex drängte und handgreiflich wurde.

Als sich Bianca R. wehrte, soll er sie laut Obduktion erwürgt haben. Ihre Leiche soll er dann in sein Auto geladen haben, fuhr mit ihr einen Kilometer weit durchs Dorf. Ein Passant hat dies beobachtet. Im Moor, direkt hinter seinem Haus, entsorgte er die Tote. Sie lag auf seinem Grundstück, am Ende eines Trampelweges.

Ihre Familie in Berlin und die Dorfbewohner sind erschüttert. Die Kirchengemeinde Siedenbollentin lädt am Freitag ins Gotteshaus ein. Der Pastor: „Die Andacht halten wir sowohl für die Angehörigen des Opfers, als auch des mutmaßlichen Täters und ebenso für die Dorfgemeinschaft ab.“ LEX

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