Wollte Mutterschaft nicht wahrhaben

Musterschülerin erstickt ihr Baby

Sie wollte studieren, wurde ungewollt schwanger. Jetzt steht sie vor Gericht ...

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min

Die Anklage sieht es anders: Totschlag. In der Nacht zum 11. Dezember hatte sie in ihrem Zimmer in der Wohnung ihrer Eltern in Schöneberg ein Kind zur Welt gebracht. „Gesund, lebensfähig“, so die Anklage. Schülerin Ina T. (Name geändert) soll das Baby „bewusst erstickt“ haben.

Wie konnte es zur Tragödie kommen? Ina T. wuchs behütet in einem Akademiker-Haushalt auf. Nach dem Abi wollte sie ins Ausland, dann in Berlin studieren. Es kam anders mit der Liebe zu einem Mitschüler.

Die Angeklagte: „Nach zwei Monaten hatten wir Sex, wir verhüteten mit Kondom.“ Die Beziehung ging im Juni 2015 in die Brüche. Da war sie im 3. Monat. Sie verdrängte alles: „Es war nicht mehr im Kopf.“

Der Bauch wurde größer. Ina T.: „Im Sommer überrumpelte mich meine Mutter mit einem Schwangerschaftstest.“ Die Abiturientin hat ihn angeblich gemacht: „Er fiel negativ aus – daran hielt ich mich fest.“

Ihr Körper veränderte sich weiter. Sie machte viel Sport, zog weite Pullover an und erfand eine Krankheit: Lebensmittel-Unverträglichkeit. Sie ging nicht zur Frauenärztin: „Es war mir unangenehm, peinlich.“

Die heimliche Geburt. Ina T.: „Ich wollte es nicht töten.“ Was aus ihr kam, habe sie aber nicht als ihr Baby realisiert. „Ich schlug es im Handtuch ein.“ Richterin: „Sie haben es so eingewickelt, dass es keine Luft bekam.“ Dann in eine Plastiktüte gesteckt.

Am Morgen rief die ahnungslose Mutter den Notarzt, weil es ihrer Tochter so schlecht ging. Im Krankenhaus stellten die Ärzte fest, dass Ina T. kurz zuvor entbunden hatte. Fünf Wochen saß sie in U-Haft, kam dann frei und legte das Abi ab. Fortsetzung: Montag. KE.

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