Wolfgang Stumph

Das Leben ist ihm zu schnell

In seinem neuen Film rechnet Wolfgang Stumph mit der Leistungsgesellschaft ab.

Mike Wilms
Lesezeit 2 Min
... und Action! Wolfgang Stumph am Film-Set.

... und Action! Wolfgang Stumph am Film-Set.

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Die Deutschen ahnen nicht, dass sie ins Unglück rennen. Um uns wachzurütteln, hat Wolfgang Stumph (69) einen neuen Film gedreht. Er heißt: „Die Insassen“. Darin spielt er einen Top-Manager, der nach einem Nervenkollaps in der Psycho-Klinik landet. Stumph sieht den Film als Abrechnung mit der Leistungsgesellschaft.

Höher, schneller – und immer, immer weiter. Die Film-Figur Wilhelm Löhring merkt selbst in der Psychiatrie noch nicht, was der Arbeitswahn angerichtet hat. Der Finanzexperte, gespielt von Stumph, hat trotz Burn-out und Paranoia nur eines im Sinn: Er will die Klinik St.-Emilius in eine börsennotierte Firma für „Soul-Management“ verwandeln. Er verteilt auch schon mal ein paar Leitungsfunktionen – an die Mitglieder seiner Therapiegruppe.

Tragisch-komisch ist der Film nach dem gleichnamigen Buch von Katharina Münk (52) geraten. Aber er soll noch mehr sein. Stumph war es „ein Herzensanliegen“, den Zuschauern zu zeigen, „wie blind leistungsgetrieben viele Menschen heute sind“. Ihnen fehle der Blick für sich und andere Menschen, weshalb sie das „kleine Glück des Lebens übersehen“. Das Glück, das in den unscheinbaren Dingen liegt.

Nebenbei zeige der Film (17. September, 20.15 Uhr, ZDF) den „neuen, anderen Stumph nach Stubbe“. Kalter Manager statt emotionaler TV-Ermittler? Man darf gespannt sein, was diese Andeutung genau bedeuten soll.
Ausgestrahlt wird der Film von Regisseurin Franziska Meyer Price in der Donnerstags-Reihe „Komödien im ZDF“. MOW

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