Wohnungsnot macht erfinderisch

Auf Berlins Schulen können wir bauen

So will die Koalition vorhandene Bauflächen in der Hauptstadt besser nutzen.

Ulrich Paul
Lesezeit 2 Min
Beispiel für mangelnde Ausnutzung der Flächen: Die Kita in der Lychener Straße ist nur drei Geschosse hoch. 

Beispiel für mangelnde Ausnutzung der Flächen: Die Kita in der Lychener Straße ist nur drei Geschosse hoch. 

© Bernd Friedel

„Berlin braucht neue Wohnungen, Gewerbe und Schulen“, sagt der Grünen-Abgeordnete Andreas Otto, „aber auch Grün- und Freiflächen“. Unter dem Motto „mehr hoch als breit“ wolle die Koalition deswegen dafür werben, dass beispielsweise eingeschossige Supermärkte durch mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt werden.

Einen entsprechenden Antrag hat die Koalition jetzt ins Parlament eingebracht. „Aber wir wollen nicht nur an Private appellieren, sondern als Land Berlin selbst Vorbild sein“, sagt Otto. Denkbar sei, Wohnungen über Schulen und Kitas zu errichten.

Räumliche Trennung ist wichtig

Otto rechnet vor: Wenn nur bei jeder zweiten der 50 geplanten neuen Schulen 40 Wohnungen entstehen, könnten 1000 Wohnungen geschaffen werden. Weitere Wohnungen ließen sich an vorhandenen Schulstandorten errichten. Für die Sicherheit sei es aber wichtig, Wohnungen und Klassenzimmer räumlich voneinander zu trennen. Für Kitas gelte das gleiche.

In seinem Wahlkreis in der Lychener Straße 55 in Prenzlauer Berg gebe es einen Kindergarten mit drei Geschossen, berichtet Otto. Ringsherum seien die Häuser alle fünf Geschosse hoch. „Warum da nicht ein bis zwei Wohnetagen mitgeplant wurden, kann keiner erklären.“

Lärm- und Zugangskonflikte

Für die bessere Ausnutzung von Schul- und Kita-Standorten mag sich auch der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz erwärmen. „Wir wollen alle Instrumente nutzen, um gemischte Nutzungen von Gebäuden auch rechtlich durchzusetzen“, sagt er.

Die Senatsverwaltung für Bildung begrüßt das flächensparende Bauen, betrachtet die vorgeschlagene Mischnutzung „wegen Lärm- und Zugangskonflikten“ aber „eher zurückhaltend“, sagt Behördensprecherin Beate Stoffers. Bedingung wäre baulich eine weitgehende Trennung.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema