Ein Zufall und die Sorge der Mutter um ihren kranken Sohn führten die Beamten in diese Wohnung in der Friedrichshainer Finowstraße. Sonntagmittag ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Wilfried S.: „Ich lag nach einer Lungenentzündung mit 40 Grad Fieber im Bett, da rief meine Mutter die Rettungskräfte an.“ Doch was die Feuerwehrleute dann zufällig sahen, schreckte sie auf.
„Einer der Sanitäter muss eine meiner Schreckschusswaffen gesehen haben und hat die Polizei angerufen“, glaubt der 63-Jährige. Während der kranke Mann ins Krankenhaus gebracht wurde, stolperten mehrere Beamte durch die zugestellte Wohnung. Zwei Stunden lang durchwühlten sie die unzähligen Kartons, fielen über Kisten, Objektive und Kram.
Entsetzt zeigt Chemie-Laborant Wilfried S. (63) auf die verwüstete Ablage.
© Eric Richard Lizenz
Er meint, die Polizei hat ungerechtfertigt seine Wohnung auf den Kopf gestellt.
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Charité-Angestellter Wilfried S. (63) ist ein Waffennarr. Die Polizei sicherte mehrere Schreckschusspistolen.
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Währenddessen nahmen sie die 93-jährige Mutter mit auf die Wache. „Mit ihrer Einwilligung“, erklärt Polizeisprecher Stefan Redlich. Sie sagt: „Ich wollte die Wohnung nicht verlassen. Ich habe doch Schmerzen im Bein.“ Wilfried S. entsetzt: „Die haben alles durcheinandergebracht. Okulare sind kaputt und sogar die Mikroskope wurden aufgeschraubt.“
War diese Durchsuchung verhältnismäßig? Die Polizei meint ja, sackte zehn Schreckschusswaffen und Chemikalien ein. Wilfried S.: „Ich bin seit 43 Jahren Chemie-Laborant. Das ist mein Leben.“ Zu den Schreckschusswaffen: „Die gehen nur mit Platzpatronen und sind nicht verboten.“ Die Beamten fanden dann doch Verbotenes: Ein Bajonett. „Jetzt wird geprüft, was er davon besitzen darf“, so Redlich. Das Selbstschussgerät, was noch entdeckt wurde, funktioniert auch mit Platzpatronen. „Damit wollte ich im Garten Hunde abschrecken.“ Jetzt muss der 63-Jährige unter Antibiotika das Chaos aufräumen.
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