Wird Merkels Mann fürs Schlaue jetzt ihr Kontrahent?

Friedrich Nowottny
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Die Kanzlerin hat Sorgen. Da musste sie plötzlich einen Bundesbankpräsidenten aus dem Hut ziehen. Amtsinhaber Weber nämlich hat kurzfristig das Weite gesucht. Und dann die Sache mit Guttenbergs Doktor-Arbeit. Wie kann die aus der Welt geschafft werden, ohne dass ein Schatten auf Angela Merkel fällt?Und jetzt auch noch der sich zum Weltpräsidenten aufblasende französische Staatspräsident. Kaum ist er Vorsitzender der G-20-Staaten, will er das Weltwährungssystem reformieren. Das macht der Kanzlerin zu schaffen. Mit dem bevorstehenden Weggang von Jens Weidemann, ihrem gescheiten Ratgeber in Wirtschafts- und Währungsfragen, geht ein Stück Sachverstand aus dem Kanzleramt. Wer kann ihn überhaupt ersetzen? Als Bundesbankpräsident kann Weidemann auch zum Ratgeber der Bundesregierung werden. Das gehört zu seinem Pflichtenkatalog im neuen Amt. Nur - er steht nicht mehr auf Zuruf zur Verfügung.Immerhin wird Weidemann als Bundesbankpräsident Mitglied des EZB-Rates. Das ist das oberste Gremium der Europäischen Zentralbank. Er wird auch dafür einstehen müssen, dass der in der Finanzkrise gewachsene politische Druck auf die EZB zurückgedrängt wird. Diese Europäische Zentralbank soll ja politisch unabhängig sein. In der Finanzkrise hat sie, mit deutscher Mitwirkung, einen Teil der Unabhängigkeit eingebüßt. Hat Jens Weidemann daran mitgewirkt? Naheliegend wäre das schon. Sein Rat war der Kanzlerin stets wertvoll.Könnte aus dem nahen Ratgeber ein Kontrahent werden?Merkels Traum von einem deutschen EZB-Präsidenten ist ausgeträumt. Es sei denn, die Kanzlerin hat noch einen Geheim-Kandidaten im Ärmel. Ihre Personalreserven allerdings sind erschöpft...

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