Wir lassen uns nicht räumen!

Tacheles-Künstler

SHI
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Mitte - Schon zwei Mal war der Gerichtsvollzieher im Tacheles in der Oranienburger Straße, doch auch gestern zog er unverrichteter Dinge wieder ab. Ende Juli soll ein Insolvenzverfahren gegen den Betreiber-Verein des Kunsthauses eröffnet werden. Doch anstatt ihre Koffer zu packen wehren sich die Kreativen: So kriegt ihr uns hier nicht raus!Keine Spur von Endzeit-Stimmung im Tacheles. In den Ateliers in der denkmalgeschützten Kaufhausruine herrscht normaler Kunstbetrieb. Barbara (35) aus Venedig bereitet unterm Dach zwischen großen Leinwänden ihre nächste Ausstellung vor. Im "Goldenen Saal" im ersten Stock findet am Sonnabend eine Underground Electronic-Party statt.Linda Cerna (35), die Sprecherin des Kunsthauses, blickt demonstrativ in die Zukunft. "Wir planen für die nächsten Monate Veranstaltungen. Für Mai 2011 haben wir weißrussische Künstler eingeladen."Dass Berlin sein Tacheles sang- und klanglos untergehen lässt, will hier keiner glauben. "Wir haben große Erwartungen an die Politik, das Tacheles ist ein Imagefaktor für die Stadt," wirbt Linda Cerna.Die HSH Nordbank, die den Ländern Hamburg und Schleswig Holstein gehört, sieht das allerdings anders. Die Bank will das Areal zwangsversteigern, der Besitzer des Geländes, eine Tochtergesellschaft der Fundus-Gruppe, hat bei der Bank 70 Millionen Euro Schulden.Freiwillig werden die Kreativen das Feld aber nicht räumen. "Wer glaubt, uns so aushungern zu können, liegt falsch", so Linda Cerna kämpferisch. "Wir bleiben hier. Notfalls, bis wir rausgetragen werden." SHI------------------------------BU: Barbara (35) kam vor zwei Jahren nach Berlin, seitdem arbeitet die Malerin im Tacheles an ihren Kollagen. Ihre Farb-Tuben räumt sie erst weg, wenn es wirklich sein muss.

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