Wilde Verfolgung

Mit dem Koks-Taxi in den Knast

Polizei schnappt Drogen-Lieferant nach wilder Verfolgungsjagd

Philippe Debionne
Lesezeit 2 Min
Zwei Zivilpolizisten führen den Dealer in Handschellen ab und bringen ihn zur Vernehmung.

Zwei Zivilpolizisten führen den Dealer in Handschellen ab und bringen ihn zur Vernehmung.

© Schröder Lizenz

Es ist die Nacht zu Sonntag, gegen 21.30 Uhr. Zwei Zivilpolizisten wollen am Nordufer in Wedding den Fahrer eines schwarzen VW Touran kontrollieren. Doch der Fahrer hat darauf gar keine Lust – und gibt Vollgas.

Mit Irrsinns-Tempo rast der Mann davon. Die erfahrenen Ermittler wissen: Der hat was ausgefressen! Und rasen hinterher.

Zunächst hat der VW-Fahrer einen beachtlichen Vorsprung – und nutzt den, um kurz abzubremsen und ein Päckchen Kokain aus dem Fenster zu werfen.

Doch dann begeht der Mann einen für ihn folgenschweren Fehler und rast, nachdem er zwei Polizeisperren durchbrochen hat, in die Kiautschoustraße.

Doch die ist dummerweise eine Sackgasse, der flüchtende Dealer sitzt wie die Maus in der Falle. Schließlich erkennt er, dass das Spiel aus ist.

Widerstandslos lässt sich der wegen Kokainhandels bereits polizeibekannte Mann festnehmen.

Doch er ist nur einer von hunderten Lieferanten, die Tag und Nacht in Berlin unterwegs sind und ihre Kunden mit der weißen Aufputschdroge Kokain versorgen.

Während andere Rauschmittel wie Ecstasy oder Heroin entweder auf der Straße oder aber in speziell dafür angemieteten Wohnungen verkauft werden, hat sich für Kokain ein regelrechter Lieferservice entwickelt.

Die Kunden rufen eine Nummer an, eine Stunde später wird ihnen das Kokain an den Ort ihrer Wahl gebracht.

Der Grund: Die Kunden sind keine Junkies, die auf der Straße herumlungern, sondern gut betuchte Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler.

Ein Ermittler: „Die können es sich halt leisten, sich bedienen zu lassen.“ 60 Euro kosten 0,7 Gramm der weißen Droge, abgepackt in kleinen Plastiktütchen.

Und weil die Liefer-Dealer nie auf offener Straße verkaufen, werden sie selten erwischt. Aber zumindest einer von ihnen sitzt jetzt hinter Gittern.

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