Naraha ist damit die erste Gemeinde, in die alle Bewohner nach der Atomkatastrophe dauerhaft zurückkehren dürfen. Bürgermeister Yukiui Matsumoto sagte während einer Zeremonie auf einem Kinderspielplatz, dies sei ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Stadt: „Unsere Uhr läuft wieder.“ Doch die Zeit tickt langsam. „Der eigentliche Wiederaufbau unserer Stadt beginnt jetzt“, sagte Matsumoto. „Lasst uns zusammenarbeiten für die Schaffung eines neuen Naraha.“
Doch die Furcht um die Reaktorsicherheit ist nach wie vor da. Und der Glauben an die öffentliche Bekundigung, die Strahlenbelastung in der Stadt sei auf ein sicheres Niveau gefallen, will sich nicht so recht einstellen. Seit dem Beginn einer Testphase im April sind laut Angaben von städtischen Angestellten nur rund 100 von fast 2600 Haushalten wieder bewohnt. Viele junge Menschen haben an anderen, weit entfernten Orten neue Jobs gefunden.
Toshiko Yokota war evakuiert worden. Sie will zurückkehren, sobald ihr Haus repariert und renoviert ist.
© AP Lizenz
Bürgermeister Yukiui Matsumoto pflanzt mit Kindern neue Bäume.
© AP Lizenz
Hier zeigt er den Plan für ein Einkaufszentrum.
© AP Lizenz
Die durch Erdbeben und Tsunami ausgelöste Kernschmelze hinterließ im Atomkraftwerk Fukushima ein verstrahltes Trümmerfeld.
© dpa Lizenz
Zudem fehlt es noch an vielem. Ein Krankenhaus in der Präfektur Fukushima ist nicht vor Februar 2016 fertig. Ein Lebensmittelladen hat im Juli mit der freien Belieferung begonnen, ein großes Einkaufszentrum wird aber erst im nächsten Jahr eröffnen. Die Zukunft Narahas ist somit ungewiss. Zudem beklagen Umwelt-Aktivisten, dass viele Gegenden nach wie vor hohe Strahlenwerte aufweisen und damit unbewohnbar seien.
In der Atomanlage von Fukushima war es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zu Kernschmelzen gekommen. Naraha war die erste von insgesamt sieben Städten, die danach vollständig evakuiert werden musste.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com