Autofahrer stehen dort zurzeit im Berufsverkehr ständig im Stau. Vom 1. bis zum 29. Juli ist nur eine Spur in Richtung Potsdamer Platz befahrbar, unmittelbar danach bis zum 18. August lediglich ein Fahrstreifen in der so genannten Ost-Röhre. Die Senatsverwaltung für Verkehr räumt auf KURIER-Anfrage ein: Im April waren im Tunnel Fliesen heruntergekracht. Nun müssen die Schäden behoben werden. Steckt Bau-Pfusch dahinter? Sprecher Mathias Gille ausweichend: „Wir prüfen, warum die Fliesen runtergefallen sind.“ Die Schadenshöhe könne frühestens Mitte August genau beziffert werden, so Gille.
1969 war der Tunnel eröffnet worden. In den Jahren 2004 und 2005 mussten für 6,1 Millionen Euro unter anderem Wandfliesen ersetzt und die Fahrbahn erneuert werden.
Im Berufsverkehr stauen sich die Autos in Richtung Potsdamer Platz. Ende Juli wird dann eine Spur in Richtung Ostteil gesperrt.
© Lebie Lizenz
Zurzeit ist westwärts nur eine Spur im Tunnel befahrbar.
© Lebie Lizenz
Im März 2005 hatte Senatorin Junge-Reyer den Tunnel nach der Sanierung freigegeben.
© BLZ Lizenz
Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling übt scharfe Kritik: „Es ist bekannt, dass umfangreiche Hochbaumaßnahmen, bei denen das Grundwasser abgepumpt wird, wie zum Beispiel beim Alexa, zu Verschiebungen im Baugrund führen können. Eine Vorsorge dagegen ist kaum möglich und eine Haftbarmachung auch nicht, da der Nachweis auf diesen Zusammenhang nicht zweifelsfrei erbracht werden kann.“
Hämmerling bezweifelt, ob der Tunnel überhaupt hätte saniert werden müssen: „Nach den Planwerken sollte er zugeschüttet werden zugunsten einer oberirdischen Straßenführung, wie am Zoo in der Budapester Straße.“
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com