„Das macht mir Angst“, offenbart Lukas (30). Seit 15 Jahren steht er mit blau-weißem Schal in der Kurve. „Er zeigt so viele Emotionen für den HSV. Ich bin mir nicht sicher, ob er zurückkommt“, spricht er vielen Hertha-Fans aus der Seele. „Er hat den HSV zum Klassenerhalt geschossen. Die werden alles geben, um ihn irgendwie zu halten.“
André (55) kickte in den 70ern bei Hertha. Er führt die Kneipe Leuchtturm in Schöneberg und sieht es ähnlich: „Ich glaube nicht, dass er zurück will.“ Denn in Hamburg ist der 22-jährige Lasogga der „König“. Vom Leihspieler zum Helden. „Der HSV wird alles probieren. Und auch wenn sie pleite sind, kommt ja da irgendwie immer Geld um die Ecke. Sie können sich nicht leisten, auf ihn zu verzichten.“
Die Hertha-Fans wünschen sich Lasogga zurück, trotz der prolligen Einlage. Lukas: „Solche Emotionen machen Fußball aus.“ André: „Man braucht Typen, die sich nicht verbiegen lassen.“ Nach dem Verkauf von Adrian Ramos scheint die Situation wie gemalt für die Sturmkante.
Aber Fakt ist: Lasogga und seine Beraterin und Mutter Kerstin haben das Angebot von Hertha (liegt seit Dezember vor) noch nicht unterschrieben. Er lässt die Zukunft offen. Böse formuliert: Es gibt nicht das geringste Bekenntnis zu Hertha. Es scheint so, als würde das Umfeld ihn überall anbieten, wo es nur geht.
Lasogga begann das Fußballspielen mit fünf Jahren. Schon in der Jugend trat er für namhafte Mannschaften an, darunter Schalke 04, Vfl Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen.
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Zur Saison 2010/2011 wechselt Lasogga zur Hertha. Nach wenigen Spielen in der zweiten Mannschaft wird er regelmäßig ins Profi-Team berufen. Hier jubelt er über einen Treffer gegen Düsseldorf am 23.01.2011.
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Lasoggas Leistungen blieben Beobachtern nicht verborgen: Sein erstes U-21-Nationalmannschaftsspiel bestreitet er am 25. März 2011 gegen die Niederlande - und erzielt prompt ein Tor.
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Bei der Karriere-Planung ist Lasoggas Mutter stets stark beteiligt. Welche Pläne hat sie für ihren Sohn?
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Mit der Hertha erlebt Lasogga zwei Aufstiege (2011, 2013) und einen Abstieg (2012).
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Im Endspurt des Abstiegskampfs 2012 kann Lasogga nicht helfen: Am 5. Mai zieht er sich in der Partie gegen Hoffenheim einen Kreuzbandriss zu.
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Nach dem Wiederaufstieg mit der Hertha wechselt Lasogga am 2. September 2013 auf Leihbasis zum HSV. Tore schießt er von Beginn an. Hier das 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth, allerdings noch in der 2. Runde des DFB-Pokals.
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Mit 13 Treffern in der Bundesliga hat Lasogga maßgeblichen Anteil daran, dass der HSV wenigstens die Bundesliga-Relegationsspiele der Saison 13/14 erreicht. Nach einem 0:0 zu Hause trifft Lasogga auswärts gegen Fürth zur Führung - das 1:1 reicht am Ende für den Klassenerhalt.
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Nach Ende der Leihe und zähen Verhandlungen wechselt Lasogga zur Saison 2014/15 endgültig zum HSV. Dort läuft es bislang abermals nicht rund. Auch Lasogga steht momentan erst bei zwei Treffern in acht Spielen - die aber zuletzt gegen Dortmund und Hoffenheim. Und jetzt beim Wiedersehen gegen Hertha?
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„Das war erst mal mein letzter Tag für den HSV. Jetzt muss ich abschalten, runterkommen. Alles andere entscheidet sich in den nächsten Wochen.“ Interessenten für den Fast-Nationalspieler stehen Schlange: HSV, Wolfsburg, Newcastle. Eigentlich dürfte nichts laufen, offizielle Verhandlungen sind wegen des Hertha-Vertrags erst im Januar 2015 erlaubt.
Aber was will Lasso? Kein Wort von Rückkehr. Stattdessen sagt er, was Hertha-Fans das Blut in den Adern gefrieren lässt: „Seitdem ich Fußball spielen kann, sage ich, dass es mein Traum ist, in der Premier League zu spielen.“
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