Wie sicher ist Olympia? Terror-Experte Tophoven sortiert Sotschi in die Gefahrenstufe "dunkelrot" ein

Terror in Moskau

D. J
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Moskau - Schockwellen schütteln Russland nach dem blutigen Selbstmord-Anschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedovo. Die Menschen trauern, sind tief verunsichert. Und im Kreml tobt Präsident Dmitri Medwedew. Extrem ruppig ging er auf Sicherheitsinstitutionen und Geheimdienste los. Kein Wunder: Drei Jahre vor Beginn der Olympischen Winterspielen in Sotschi am Schwarzen Meer geht die Angst um. Die Angst vor Attentaten auf Athleten und Touristen aus aller Welt.Merdwedew: "Wir brauchen mit Blick auf Sotschi einen maximalen Schutz vor Anschlägen." Und: "Unfassbar, am Flughafen Domodedovo herrschte in Sicherheitsfragen praktisch Anarchie. Jeder konnte kommen und gehen - ohne Kontrolle." Terroristen marschierten quasi ungehindert ins Gebäude. 35 Menschen bezahlten diesen bodenlosen Leichtsinn mit ihrem Leben, 180 liegen in Kliniken. Hendrik M. (34) aus Köln kam beim Anschlag ums Leben. Er war gerade erst in Moskau eingetroffen. Die Firma Vaillant hatte den Fachmann für Logistik nach Russland geschickt. Er sollte ein Projekt einer russischen Tochterfirma betreuen.Rolf Tophoven, Direktor des Instituts für Terrorismusforschung in Essen: "Das war ein ganz brutaler Warnschuss der Extremisten in Richtung Sotschi!" Fahnder gehen davon aus, dass eine "Schwarze Witwe" aus dem Nordkaukasus und ein Komplize die Tat begingen. "Ich bringe euch alle um", soll er geschrien haben, bevor er den Sprengsatz zündete. Ob Medwedew und Premier Putin ihren Sicherheitsapparat bis 2014 olympiatauglich trimmen können, bezweifeln Experten. "Wir brauchen eine viel schärfere Kontrolle", stöhnt nun der Präsident, "die totale Kontrolle." Er kündigte die harte Bestrafung der Verantwortlichen an. Für Tophoven lenkt Medwedew aber vom eigentlichen Problem ab: "Ein Zeichen der Ohnmacht. Weil die Terroristen ihm gezeigt haben: Wir treffen euch überall, auch an extrem sensiblen Punkten."Für ihn ist es keine Frage, dass Sotschi in die Gefahrenstufe dunkelrot gehört: "Solche Großereignisse sind für gewaltbereite Extremisten äußerst attraktive Ziele. Aber natürlich werden die Russen alles tun, um im Sicherheitssystem auch das kleinste Mauseloch zu stopfen." Rät er Deutschen von einem Olympia-Trip ab? "Abraten direkt nicht, aber ein Risiko ist bei dieser Konstellation immer dabei!" Das bestätigt auch Alexander Bortnikow, Chef des russischen Geheimdienstes FSB: "Anführer militanter Gruppen haben bereits mit Anschlägen in Sotschi auch vor Olympia gedroht."------------------------------BU: Hendrik M. wollte in Russland arbeiten, fand den Tod. Foto: zVg

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