Deutschland streitet über die Frauenquote. Noch ist nur jeder sechste Job in den Chef-Etagen deutscher Firmen mit einer Frau besetzt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent in allen Vorständen einführen - und erfährt mächtig Gegenwind! Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnte ein Quoten-Gesetz gestern ab. Der KURIER befragte Berliner Top-Arbeitgeber, wie sie es mit der Quote halten - und bekam sehr unterschiedliche Antworten.Siemens legt Wert auf Frauen-Förderung, lehnt eine Quote aber ab. Eine Sprecherin: "Wir besetzen jede Stelle mit dem besten Kandidaten." Das Unternehmen mit 12 500 Mitarbeitern in Berlin hat familienfreundliche Arbeitszeit-Modelle (Heimarbeit, Teilzeit) und Kinderbetreuung.Die Telekom, die 7000 Menschen in Berlin beschäftigt, will in vier Jahren 30 Prozent aller Top-Jobs in ihren weltweiten Niederlassungen mit Frauen besetzt haben. Der Plan, Chancengleichheit für die besten Talente zu schaffen, wird etwa mit "Zielwerten" bei Neueinstellungen angepackt.Die Vivantes-Kliniken sehen sich mit einem Frauen-Anteil von 47 Prozent bei den Führungs-Jobs schon am Ziel. Ganz ohne Quote! Rund 75 Prozent der 10 000 Mitarbeiter sind Frauen. Eine Frau ist auch Vize-Geschäftsführerin: Dr. Dorothea Dreizehnter (45).Die Deutsche Bahn meldet rund 15 Prozent Frauen in Spitzenpositionen. Angestrebt ist es, etwa 20 oder 21 Prozent zu erreichen. Das entspräche dem Frauenanteil im Unternehmen.Die Charité wählt bei gleicher Eignung von Job-Bewerbern bevorzugt Frauen aus. Von 159 Leitungsjobs sind 33 mit Frauen besetzt. Das entspricht 21 Prozent. Die Frau im Vorstand: Prof. Annette Grüters-Kieslich (56).Die Landesbank Berlin hat 4666 Mitarbeiter (ohne Azubis und Tochtergesellschaften), davon sind 2808 Frauen. Auch ohne Quote haben es dort 209 Frauen in Leitungs-Jobs geschafft.------------------------------KURIER-WIKIDeutsche Frauen in Führungs-PositionenFrauen besetzen 17 Prozent der Posten in den obersten Chefetagen deutscher Firmen. Das heißt: Auf jedem sechsten Chef-Sessel sitzt eine Frau.Der weibliche Anteil sinkt mit dem Alter: So ist noch jeder Fünfte zwischen 30 und 34 Jahren (20,4%) in den Chefetagen der Firmen weiblich. Bei den 45- bis 49-Jährigen ist es nur noch jeder Sechste (16,4%). Noch geringer fällt die Quote in der Gruppe von 60 bis 64 Jahren aus: Es sind 15,7%. Diese Zahlen ermittelte das Unternehmen "Databyte" jetzt bei der Auswertung der Daten von 1,1 Millionen deutschen Führungskräften.------------------------------
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