Ein paar tausend Einzelteile. 65 Kilogramm Kabel. Ein Auto entsteht nicht mal eben über Nacht. Aber wie wird so ein Superflitzer überhaupt gebaut?KiKU-Reporter Nils (11) hat nachgeforscht. Und das Beste ist: Was du in den kommenden Zeilen liest, kannst du in Dresden in der "Gläsernen Manufaktur" hautnah erleben. Denn dort wird der Luxuswagen von VW, der Phaeton, direkt vor deinen Augen gebaut.Schon von Außen macht das Gebäude seinem Name alle Ehre. Wo du auch hinschaust, jede Wand ist aus Glas. Gestützt wird das Autowerk nur durch Metallpfeiler. Sieht beeindruckend aus. Hinter dem Eingang laden dich Computer als erstes zu einem virtuellen Rundgang ein.Wenn du keine Führung gebucht hast, solltest du das unbedingt ausprobieren. Die verschiedenen Bereiche der Manufaktur werden dir erklärt und gezeigt. Du erhältst Einblicke in verschiedene Fertigungsabschnitte wie Lackierung, Sitz-, Holz- und Achsfertigung. Damit du bei deinem Besuch auch garantiert nichts verpasst. Dann geht's ab ins begehbare Kugelhaus. Dort stimmt dich ein kurzer Film endgültig auf den Manufaktur-Rundgang ein. Über acht interaktive Terminals lassen sich Werbefilme der verschiedenen Volkswagen Modelle vergangener Jahrzehnte abrufen. Jetzt aber! Dein KiKU-Reporter wartet schon. Nils nimmt dich mit auf seinen speziellen, einzigartigen und nicht nachmachbaren KiKU-Rundgang.1 Los geht's mit der Auswahl der Autofarbe, den passenden Sitzen und so weiter. Nicht, dass dann dein Traumauto gebaut wird. Aber Kunden, die sich einen Phaeton kaufen möchten, haben tatsächlich eine riesige Auswahl. Deshalb ist auch kein Auto einem anderen gleich. Bei der Montage fährt bei jedem Fahrzeug ein "spezifischer Einkaufswagen" mit, in dem genau das drin ist, was der Kunde bestellt hat.2 Auf der ersten Runde auf dem Band ist die Karosserie, also das Gehäuse des Phaeton, noch ganz leer. Und dann passiert auch noch etwas, womit du nicht gerechnet hättest: Die Karosserie wird noch leerer gemacht. Zum Beispiel werden die Türen abmontieret. Warum, das erfährst du später.3 Nun schwebt das Auto erst einmal davon. Ganz nah an deinem Kopf vorbei. Denn in der "Gläsernen Manufaktur" kannst du alles von oben beobachten. So entgeht dir kein einziger Arbeitsschritt.4 Zurück auf dem Boden wird "geheiratet": die Karosserie und das Fahrwerk mit den Motor werden zusammengeschraubt. Das nenne die Fachleute "Hochzeit". Aber keine Angst, Sektkorken knallen da nicht. Und eine große Party wird auch nicht gefeiert. Das wäre auch ein bisschen langwierig bei so vielen Autos, die täglich Hochzeit haben.5 Inzwischen sind auch die rund 65 Kilogramm Kabel im Auto verbaut. Aber fahren kann man damit noch lange nicht. Unter anderem fehlen noch die Türen. Die wurden ja vorhin ausgebaut. Und zwar aus einem einzigen Grund. Ihr Herz hat noch gefehlt. Denn eine Tür ist nicht nur eine Tür. In ihr verstecken sich Radio und Klimaanlage. Ganz schön viel Technik für so ein kleines Fahrzeugteil.6 Wenn die Monteure das alles eingebaut haben, darf die Tür zurück zum Auto. Weil sie jetzt mitsamt ihres neuen Inhalts aber ganz schön schwer ist, wird sie nicht von Menschen getragen. Wie so viele Teile, die im Phaeton verbaut sind, werden die Türen auf Roboter geladen und die fahren dann ganz automatisch zu dem Auto, zu dem genau die Türen in der Farbe und mit der Ausstattung gehören.7 Bequem ist der neue Luxuswagen, der jetzt schon richtig danach aussieht, aber immer noch nicht. Als nächstes werden die Sitze eingebaut. Und auch die sind mächtig schwer. Denn schließlich gibt es nicht nur Sitze mit Heizung. Wer will, kann sich gleich noch eine Massagefunktion einbauen lassen.8 Und dann hat der Phaeton es endlich geschafft. Er ist fertig zur Abnahme. Jetzt prüfen Männer in weißen Handschuhen noch einmal, ob alles korrekt ist, keine Kratzer im Auto sind und so weiter. Dann kann der "fliegende Wechsel" ja stattfinden. Aus der Luft schwebt ein neues, unfertiges Auto heran. Das fertige kann ausgeliefert oder dem Kunden direkt übergeben werden.------------------------------BU: Nils ist begeistert. Das negelneue Auto ist gerade vom Band gelaufen und kostet rund 144000 Euro. Für so viel Geld bekommt man schon ein Haus.
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