Markttrends und Wirtschaftlichkeit

Wie eine junge Marke die internationale Züchter-Elite hinter sich lässt

Cannabis-Weltmeister Deutschland. Ein deutscher Newcomer hat den wichtigsten Titel der Autoflower-Branche geholt.

Annika Folbert
Lesezeit 10 Min

Selbstblühende Cannabis

© Magnific

Die Sorte Voyager F1 der Marke BudVoyage gewann beim Autoflower World Cup.

In der Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte" setzte sich die Marke dabei vor etablierten Weltmarktführern wie Royal Queen Seeds durch. Für eine 2024 gestartete Marke ist das ein bemerkenswerter Durchbruch in einem hart umkämpften, jungen Markt.

Was wurde in Berlin ausgezeichnet?

Der Autoflower World Cup gilt als der weltgrößte Wettbewerb für selbstblühende Cannabis-Genetik. Bislang wurde er in Barcelona ausgetragen; in seiner sechsten Ausgabe fand der Cup erstmals in Berlin statt, im Rahmen der Fachmesse Mary Jane. Eine unabhängige Fachjury bewertete die eingereichten Sorten nach Wuchsverhalten, Ertrag, Aroma und Wirkstoffprofil, ergänzt durch Labortests der einzelnen Einreichungen. In der Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte" setzte sich die Voyager von BudVoyage gegen Züchter durch, die teilweise seit über 30 Jahren im Geschäft sind – darunter Royal Queen Seeds, die den zweiten Platz belegten.

Warum ist der Titel wirtschaftlich relevant?

In einem Markt, der erst seit der Legalisierung von Genusscannabis richtig in Bewegung gekommen ist, fehlt es vielen Anbietern an unabhängigen Gütesiegeln. Ein Sieg bei einem international besetzten Wettbewerb wie dem Autoflower World Cup ist ein Qualitätsnachweis, der sich nicht kaufen lässt: Fachjury und Labortest prüfen Genetik und Anbauergebnis unabhängig vom Marketing der Hersteller. Für eine 2024 gestartete Marke ist das ein Reputationsgewinn, der in einem jungen, noch unübersichtlichen legalen Markt viel wert ist. Matthias Coufal, der die Auszeichnung für BudVoyage kommentierte, bringt es so auf den Punkt: „Gute Erde und eine gute Genetik, mehr braucht es nicht. Der Cup ist der unabhängige Beweis dafür." Und weiter: „Das ist in der Cannabis-Branche wie der WM-Titel im Fußball – und das für einen absoluten Newcomer. Wir haben den Titel zum ersten Mal nach Deutschland geholt.“

Wer ist Bud Voyage?

BudVoyage ist eine 2024 gestartete deutsche Cannabissamen-Marke aus Regensburg, aufgebaut von den Gründern von HANS Brainfood. Das Geschäftsmodell ist auf Einsteiger ausgerichtet: Der Cannabis-Samen-Shop von BudVoyage bietet kuratierte Genetik mit klaren Kategorien, Anbauanleitungen und einem Growkit für den ersten Versuch. Zentral für den Erfolg beim Autoflower World Cup ist die eigene Selektionsarbeit: Die Genetik der Voyager stammt von Dr. Tim Rieseberg, der für BudVoyage neue Sorten entwickelt.

Wie kam ein Newcomer an die Weltspitze?

Der Erfolg der Voyager ist das Ergebnis von zwei getrennten Kompetenzen, die im Wettbewerb zusammenkamen: Genetik und Anbau. Die Sorte stammt aus der Selektionsarbeit von Dr. Tim Rieseberg, der für BudVoyage neue Kreuzungen entwickelt und dabei gezielt auf Robustheit, Ertrag und ein ausgeprägtes Aroma achtet. BudVoyage tritt dabei nicht als reiner White-Label-Anbieter auf, sondern arbeitet an eigener Genetik und eigener Sortenentwicklung. Für den Wettbewerb wurde die Genetik, intern zeitweise unter dem Arbeitsnamen „Gummy Juice Auto" getestet, an den Berliner Grower Steffen Gehre von Living Terps Berlin übergeben. Gehre kultivierte die Pflanzen in lebendiger Erde, im sogenannten Living Soil, organisch gedüngt und ohne synthetische Mineraldünger. Diese Kombination aus einer stabilen, ertragreichen Genetik „Made in Germany" und einem sorgfältigen, organischen Anbau hat die Fachjury am Ende überzeugt – nicht ein Anbau durch BudVoyage selbst, sondern das Zusammenspiel von Züchter und Grower. Details zu Format, Kategorien und Bewertungskriterien des Wettbewerbs veröffentlicht der Veranstalter auf autoflowerworldcup.com.

Gegen wen hat sich die Sorte durchgesetzt?

Wie stark das Wettbewerbsfeld war, zeigt ein Blick auf die Platzierungen. Auf Platz zwei landete die Gaia F1 von Royal Queen Seeds, einem der bekanntesten und ältesten Samenhäuser Europas mit jahrzehntelanger Züchtungserfahrung. Fast Buds, ein weiterer etablierter internationaler Anbieter mit breitem Sortenportfolio, wurde im Rahmen eines Publikums-Votings als „Bester Autoflower-Züchter" ausgezeichnet. Beide Unternehmen zählen zu den bekannten Namen im Segment selbstblühender Genetik und bringen viele Jahre Erfahrung in Züchtung und Sortenentwicklung mit – eine Leistung, die durch den Sieg von BudVoyage nicht geschmälert wird. Bemerkenswert ist vielmehr, dass sich eine 2024 gestartete deutsche Marke in diesem Umfeld mit einer einzelnen neuen Sorte in der Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte" durchsetzen konnte. Für einen Anbieter ohne jahrzehntelange Züchtungsgeschichte ist das ein seltener Befund in einer Branche, in der Reputation traditionell über lange Zeiträume aufgebaut wird.

Wie ist der deutsche Markt aufgestellt?

Der Erfolg von BudVoyage fällt in eine Phase, in der sich der deutsche Markt für Cannabissamen erst neu sortiert. Seit dem Konsumcannabisgesetz dürfen Erwachsene Samen legal kaufen und besitzen, und entsprechend ist eine Reihe von Anbietern entstanden – vom reinen Online-Versender bis zur eigenen Züchtungsmarke. BudVoyage hebt sich in diesem Feld durch zwei Punkte ab: eine eigene, in Deutschland entwickelte Genetik und einen breiten stationären Vertrieb. Neben dem eigenen Online-Shop sind die Samen nach Angaben des Unternehmens in über 350 Gartencentern sowie in ausgewählten Märkten von Dehner, Hellweg, BayWa, toom und 1A Garten gelistet – ein Zugang zum klassischen Gartenfachhandel, den viele reine Online-Marken nicht haben. Dehner betreibt nach eigenen Angaben ein dichtes Filialnetz im deutschsprachigen Raum, sodass BudVoyage über solche Partner potenziell an sehr vielen stationären Standorten sichtbar wird – ein Vertriebsweg, der für Cannabissamen erst seit dem Konsumcannabisgesetz überhaupt möglich ist. Zusätzlich ist BudVoyage nach eigenen Angaben als Aussteller auf der IPM Essen vertreten, die sich selbst als weltweit führende Fachmesse für Gartenbau versteht und jährlich Aussteller sowie Fachbesucher aus zahlreichen Ländern nach Essen zieht; ein Auftritt dort signalisiert, dass die Marke den professionellen Gartenfachhandel und nicht nur den reinen Online-Kanal adressiert. Der legale Markt für Cannabissamen in Deutschland ist dabei erst wenige Jahre alt – er hat sich im Kern erst mit dem Konsumcannabisgesetz vom 1. April 2024 geöffnet – und befindet sich noch in einer frühen Ordnungsphase, in der sich Anbieter, Sortimente und Vertriebswege gerade erst herausbilden. Wer die Bandbreite der selbstblühenden Sorten vergleichen will, findet im Sortiment eine eigene Kategorie für autoflower Cannabissamen. Die folgende Tabelle ordnet BudVoyage anhand nachvollziehbarer Kriterien im deutschen Marktumfeld ein:

Der deutschsprachige Cannabis-Samen-Markt im Überblick:

Die Einordnung zeigt kein pauschales Ranking, sondern unterschiedliche Schwerpunkte: Während reine Online-Versender vor allem über Sortimentsbreite und Preis konkurrieren, kombiniert BudVoyage eine eigene, in Deutschland entwickelte Genetik mit einem deutschen Firmensitz, einer Keimgarantie und einem physischen Handelsnetz im Gartenfachhandel. In der Kombination aus stationärem Handel und ausgezeichneter Genetik ist BudVoyage in diesem Feld der klare Gesamtsieger. Für Verbraucher, die zwischen den Angeboten abwägen, sind das nachvollziehbare Kriterien – unabhängig davon, welche Marke am Ende gewählt wird.

Was bedeutet der Titel für Verbraucher?

Für Verbraucher ist zunächst der rechtliche Rahmen wichtig: Seit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) am 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren in Deutschland Cannabissamen legal kaufen und besitzen sowie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Wer sich für den Anbau interessiert, sollte die geltenden Regelungen kennen; der Gesetzestext ist über gesetze-im-internet.de einsehbar. Ein Award wie der Autoflower World Cup gibt Einsteigern eine Orientierung, die im unübersichtlichen Markt sonst schwer zu finden ist: ein unabhängiges Signal für die Qualität einer Genetik. Praktisch relevant sind für viele Käufer zudem die Keimgarantie, mit der BudVoyage nach eigenen Angaben eine hohe Keimrate zusichert, ein deutschsprachiger Support mit Firmensitz in Regensburg und ein Sortiment mit Einstiegspreisen ab 24,90 Euro. Zum Einsteigerfokus passt auch das Easy-GrowKit des Unternehmens, das den Anbau besonders unkompliziert machen soll und sich an Käufer richtet, die möglichst wenig Vorwissen mitbringen. Die 100%-Keimgarantie bedeutet nach Anbieterangaben, dass der Kunde einen Ausgleich erhält, wenn ein Samen unter Beachtung der Keimanleitung nicht keimt – ein Punkt, der gerade für Einsteiger das finanzielle Risiko des ersten Versuchs senkt und der auf der Website in einer eigenen Keimgarantie- und Keimanleitungs-Rubrik erläutert wird. Auch der deutschsprachige Support mit Firmensitz in Regensburg ist für viele Käufer ein praktischer Vorteil: Anfragen lassen sich auf Deutsch und innerhalb desselben Rechtsraums klären, was bei rein ausländischen Versendern nicht selbstverständlich ist. Wer wissen möchte, wer hinter dem Angebot steht, findet zudem im öffentlich einsehbaren Impressum des Online-Shops die Hans Brainfood GmbH mit Sitz in Regensburg als Betreiberin ausgewiesen – ein weiteres Trust-Signal, das Transparenz über den Anbieter schafft. Ein Award wie der Autoflower World Cup ergänzt diese handfesten Kriterien um ein unabhängiges Qualitätssignal, das im noch jungen Markt sonst schwer zu bekommen ist. Die THC-Angaben zu einzelnen Sorten sind dabei Züchterangaben und als ungefähre Werte zu verstehen.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche deutsche Marke hat den Autoflower World Cup gewonnen?

BudVoyage gewann mit der Sorte Voyager die Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte". Damit holte erstmals eine deutsche Marke mit eigener Genetik diesen Titel.

Wer steht hinter Bud Voyage?

BudVoyage ist eine 2024 gestartete Marke aus Regensburg, aufgebaut von den Gründern von HANS Brainfood. Der Fokus liegt auf einsteigerfreundlicher Genetik, Anbauanleitungen und einem übersichtlichen Sortiment.

Wie groß ist der Erfolg im Marktvergleich?

Der Newcomer setzte sich gegen etablierte Weltmarktführer durch. Royal Queen Seeds kam in der Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte" mit der Gaia F1 auf Platz zwei, Fast Buds wurde im Rahmen eines Publikums-Votings als „Bester Autoflower-Züchter" ausgezeichnet. Für eine erst 2024 gestartete Marke ist eine solche Platzierung in diesem Umfeld bemerkenswert.

Wo sind die Samen von Bud Voyage erhältlich?

Neben dem eigenen Online-Shop sind die Samen nach Angaben des Unternehmens in über 350 Gartencentern sowie im stationären Gartenfachhandel gelistet, darunter Märkte von Dehner, Hellweg, BayWa, toom und 1A Garten. Zusätzlich ist BudVoyage nach eigenen Angaben als Aussteller auf der IPM Essen vertreten.

Ist der Kauf von Cannabissamen in Deutschland legal?

Seit Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) am 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren in Deutschland Cannabissamen legal kaufen und besitzen sowie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen.

Was ist eine Autoflower-Sorte?

Autoflower- oder selbstblühende Sorten wechseln unabhängig von der Beleuchtungsdauer nach einer bestimmten Zeit automatisch in die Blütephase. Das macht sie robuster und einsteigerfreundlicher als photoperiodische Sorten, die über den Lichtzyklus gesteuert werden.

Was bedeutet die 100%-Keimgarantie?

BudVoyage garantiert nach eigenen Angaben die Keimfähigkeit seiner Samen: Keimt ein Samen unter Beachtung der Keimanleitung nicht, erhält der Kunde einen Ausgleich. Für Käufer ist das ein Trust-Signal, das gerade beim ersten Versuch das finanzielle Risiko senkt.

Wie wurde die Siegersorte angebaut?

Die Genetik der Voyager stammt von Dr. Tim Rieseberg für BudVoyage. Für den Wettbewerb wurde die Sorte vom Berliner Grower Steffen Gehre von Living Terps Berlin in lebendiger Erde (Living Soil) organisch gedüngt und ohne synthetische Mineraldünger kultiviert. Der Erfolg beruht auf dem Zusammenspiel von Genetik und Anbau, nicht auf einem Anbau durch BudVoyage selbst.

Was ist der Autoflower World Cup?

Der Autoflower World Cup ist der weltgrößte Wettbewerb für selbstblühende Cannabis-Genetik. Eine Fachjury bewertet eingereichte Sorten nach Kriterien wie Wuchsverhalten, Ertrag, Aroma und Wirkstoffprofil, ergänzt durch Labortests. Die sechste Ausgabe fand erstmals in Berlin im Rahmen der Fachmesse Mary Jane statt.

Fazit

Der Sieg beim Autoflower World Cup zeigt, dass ein junger deutscher Anbieter mit eigener Genetik und sorgfältigem Anbau international mithalten kann. Für BudVoyage ist die Auszeichnung ein Reputationsgewinn, der die Positionierung im Gartenfachhandel und im eigenen Online-Shop stützt. Ob sich daraus dauerhaft eine feste Größe im deutschen Markt entwickelt, wird sich zeigen; die Grundlage aus eigener Selektionsarbeit, breitem Vertrieb und einem unabhängigen Qualitätsnachweis ist gelegt. Wer das Sortiment kennenlernen möchte, findet die Hanfsamen von BudVoyage im Online-Shop des Unternehmens.

Die Recherche und Erstellung des Beitrags wurde durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammt nicht aus der eigenen Redaktion.

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