Wer hat Schuld an der Katastrophe?

Der Tunnel des Todes

BK
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Duisburg - Ein Blick in den Tunnel, der zur Todesfalle wurde. Er ist rund 200 Meter lang, zweispurig. An den Seiten rechts und links erstrecken sich Gehwege. Tausende Menschen können hier durchlaufen. Und so rechneten die Stadt Duisburg und der Veranstalter nicht mit der Gefahr. Wie konnte es zur Katastrophe kommen?Auf dem Papier war es ein Plan, der einfach klingt. Sicher. Die Massen gleiten vom nördlich gelegenen Hauptbahnhof in zwei Strömen zum Party-Gelände. Einer westlich, einer östlich. Im Süden des Geländes führt die von breiten Eisenbahnbrücken überspannte Karl-Lehr-Straße die zwei Ströme dann zusammen - und leitet sie schließlich aufs Areal.Doch in Wirklichkeit entstand Chaos: "Immer mehr Leute versuchten, zum Gelände zu kommen", so Augenzeuge Fabio. Befürchtungen hatten Raver bereits zuvor im Internet geäußert. Einer schrieb: "Ich seh schon Tote, wenn nach der Abschlusskundgebung alle auf einmal über diese mickrige Straße das Gelände verlassen wollen." Die Katastrophe kam aber schon viel früher."Als die Polizei das Gelände abriegeln wollte, wurden wir brutal nach vorne gedrückt. Die Leute vorn bekamen keine Luft mehr", sagt ein Augenzeuge. Dann hätten alle geweint: "Auch ich musste weinen. Ich habe noch nie gesehen, wie ein Mensch stirbt." Ein anderer Raver beschreibt den Tunnel als Falle, der "keine Fluchträume zuließ". Die Veranstalter seien nicht auf eine Million Besucher vorbereitet gewesen.Es sind nicht wenige Raver, die jetzt nach dem Unglück schwere Vorwürfe gegen Organisatoren, Sicherheits-Personal und Polizei erheben: "Wir konnten schon am Nachmittag sehen, dass die viel zu viele Leute in den Tunnel lassen", sagt Jan (25) aus der Nähe von Hamburg. Vor der Aufklärung des Unglücks aber wird Trauer stehen. Innenminister Ralf Jäger (SPD): "Ich bin entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind." Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizére (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.------------------------------Karte: Die Karte zeigt, wo der Todes-Tunnel liegt. Hier starben 15 Menschen.BU: Besucher der Loveparade in Duisburg tragen einen Verletzten aus dem Tunnel heraus. Umstehende schauen schockiert zu.

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