Ein Paar fährt in den Urlaub - und die Rollen sind schon beim Kofferpacken klar verteilt. Sie ist für die weiche Ware zuständig: Socken, T-Shirts, Spaghettihemden. Trekkinghosen mit Reißverschluss am Bei für ihn. Minirock für sie. Unterwäsche für jeden Tag, plus einen Schlüpfer extra, wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat. Sie weiß, wo seine Badehose ist (neben den Skisocken in der Schublade für Saisonware), dafür findet er mit einem Griff die Auslandskrankenversicherung (in der Klarsichthülle mit dem Impfpässen).Er ist der Hardware-Beauftragte, lässt Arme voll Kabellage in seinen Koffer fallen: Ladegerät für die Handys und den Laptop, Akku-Aufladedinger für die Kameras, iPod-Kopfhörer und das Navi, weil der Mitwagen bestimmt keins hat. Würde sie nie dran denken. Dafür hat sie Sonnencremes besorgt, eine sauteure für Gesicht und Dekolleté ("Anti-Falten-Fluid, nicht-glänzend, SF 25"), eine mittelteure für den Rest.Er findet, Sonnencreme ist was für Frauen und Schattenparker. "Iiih, geh weg!" schreit er, wenn sie sich am Stand seiner pinkfarbenen Schulter nähert, auf der Handfläche einen golfballgroßen Klecks Schutzfaktor 20.Es lässt seinen Arm den ganzen Tag aus dem Fenster des Mietwagen hängen, bis die Haus aussieht wie ein Grillhähnchen vom Supermarkt. Nach Sonnenuntergang drückt er auf die verbrutzelten Stellen und lächelt tapfer: "NÖ, tut echt nicht weh."Das Rot von heute ist das Braun von morgen, glaubt er. Nur damit sie nicht so traurig guckt, tupft er etwas Aftersun-Lotin aus ihrer Kulturtasche drauf. Sie föhnt sich die Haare, den Adapter für die Steckdose hat er eingepackt. Wer sonst.
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