Wenn der Liebste plötzlich peinlich ist

Stephanie Lamprecht
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Ab und zu sitzen eklige Kröten in der bunten Wiese der Liebe: Die Momente, in denen man sich ein klitzekleines bisschen für sein Herzblatt geniert. Etwa wenn sie errötet, weil er bei Schwiegerpapas Einladung ins Nobelrestaurant alles auf dem Teller zerkleinert und den Matsch dann genüsslich in sich reingabelt.Oder wenn er im Boden versinken will, weil sie auf der Party bei den Nachbarn nach dem dritten Prosecco Dinge erzählt, die nun wirklich keiner wissen will ("Als ich den Thorsten kennenlernte, da hatte er ja noch seinen alten Stoff-Elefanten im Bett liegen. Stimmts, Schnuppel?") Wenner Monologe über abseitige Themen hält(" ...und dann hab ich die 25er Bohrkrone genommen"), oder sie über ihren Gynäkologen, eine "echte Kornifere", redet.Kann man peinlich finden, muss man aber nicht. Wer sich eilig bemüht, den vermeintlichen Schnitzer des Liebsten auszubügeln ("Haha, er/sie ist sonst nicht so"), hat den ähnlichen Effekt wie eine Haufrau, die einen Fleck rausreiben will: Am Ende starren erst recht alle auf den Schmatzer, den Schwätzer und die Angeschickerte.Lieber spontane Blind-Taubheit vortäuschen und die Kröte erst zu Hause auf den Tisch packen. Wenns gar nicht anders geht.

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