Weltraum-Projekt Icarus

Tierische Spürnasen für die Menschheit

Weltweit sollen Tiere Signale an die ISS funken und so vor Katastrophen warnen

BK
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Die Icarus-Antennenanlage, die per unbemannter Rakete zur ISS befördert wurde.

Die Icarus-Antennenanlage, die per unbemannter Rakete zur ISS befördert wurde.

© dpa

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Aus dem All wird dann weltweit die Bewegung von Tieren erfasst, die wiederum von Forschern mit Mini-Sendern ausgestattet werden. Das soll Aufschluss geben etwa über die Wanderungen von Zugvögeln und so auch zum Schutz der Arten beitragen. Zudem soll Icarus – so die Hoffnung – in Zukunft als Frühwarnsystem für Epidemien und auch für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Schon lange gibt es Berichte, dass Tiere vor solchen Ereignissen unruhig werden – etwa Ziegen sich am Ätna vor Eruptionen auffällig bewegen. Diesen vermeintlichen siebten Sinn wollen Forscher mithilfe von Icarus nutzen. „Das System erlaubt uns nicht nur zu beobachten, wo ein Tier ist, sondern auch, was es gerade tut“, erläutert Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, der das Projekt vor 16 Jahren erdacht hat. „Wir könnten ein globales System intelligenter Sensoren einsetzen, um die Welt zu beobachten.“ Aus der Schwarmintelligenz von Tieren könne der Mensch grundlegend neue Erkenntnisse gewinnen.

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So wollen Forscher etwa Papageien in Nicaragua in der Nähe eines Vulkans beobachten, Ziegen im Erdstoß-geplagten Mittelitalien besendern, Bären als Erdbebenwächter auf der ostrussischen Halbinsel Kamtschatka nutzen. „Wir fangen jetzt damit an, Tiere an Orten zu besendern, wo Naturkatastrophen auftreten“, sagt Icarus-Koordinatorin Uschi Müller.

Zunächst sind 1000 Sender geplant. „Letztlich wollen wir 100 000 tierische Spürhunde für die Menschheit“, sagt Wikelski. „Wenn wir all diese Informationen kombinieren, erhalten wir ein völlig anderes und neues Verständnis vom Leben auf diesem Planeten.“

Forscher Martin Wikelski bringt den eigens entwickelten Mini-Sender bei einem Storch an. Der Sender wiegt ca. fünf Gramm und hat eine Speicherleistung von 500 Megabyte.

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Foto: MPIO Radolfzell/MaxCine, dpa

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