Weltpresse berichtet

Lenin: Die halbe Welt steht kopf

Sogar die „New York Times“ berichtet übers Comeback

MARCUS BÖTTCHER und KATRIN GROTH
Lesezeit 2 Min
Fotografen und Kameraleute interessieren sich für den geborgenen Kopf des 1991 demontierten Lenin-Denkmals nach seiner Ankunft in der Zitadelle.

Fotografen und Kameraleute interessieren sich für den geborgenen Kopf des 1991 demontierten Lenin-Denkmals nach seiner Ankunft in der Zitadelle.

© dpa Lizenz

Von Washington bis Brisbane, von Kiew bis Madrid. Zeitungen rund um den Globus berichten über den ans Berliner Tageslicht beförderten Kopf des sowjetischen Kommunisten-Führers. „Berlin gräbt Lenins Granitkopf nach 24 Jahren aus“, schreibt die „New York Times“.

Lenins Rückkehr an die Oberfläche wird bejubelt. „Nach einem Vierteljahrhundert kehrt Lenin und sein Kopf nach Berlin zurück“, so „El Pais“ aus Spanien. „Lenins Rückkehr nach Berlin“, titelt die französische Zeitung „Le Parisien“ und widmet der Ausgrabung eine ausführliche Bilderstrecke. „Welcome back, Lenin!“ berichtet „Der Standard“ in Österreich. Und „The Guardian“ aus England: „Riesen-Kopf von Lenin-Statue für die Ausstellung in Berlin ausgegraben“.

Einer, der den Hype schon gern vor sechs Jahren über Berlin gebracht hätte, ist Dr. Hubertus Knabe. Der Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen fragte bereits im Januar 2009 beim Landesdenkmalamt an, ob der Lenin-Kopf nicht im Rahmen einer Dauerausstellung in „seiner“ Einrichtung ausgestellt werden könne. Abgelehnt!

Dass der Schädel in der Zitadelle nun gemeinsam mit mehr als einhundert Stücken präsentiert werden soll, findet Knabe unterdessen nicht richtig. Er sagt: „Ein solches Propaganda-Monument muss in den richtigen politischen Kontext eingeordnet werden. Der Terror, schließlich hat Lenin mit Konzentrationslagern und Erschießungen angefangen, wird womöglich nicht deutlich genug.“

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