Weltkriegs-Erbe

54 Tonnen Bomben und Granaten in Berlin entschärft

Millionen Tonnen Bomben fielen im Zweiten Weltkrieg auf deutsche Städte. Nicht alle explodierten. Die meisten Blindgänger wurden in den vergangenen 70 Jahren entsorgt. Aber nicht alle.

BK
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Häufig stoßen Bauarbeiter auf die gefährlichen Kriegsreste. Etwa tausendmal im Jahr müssen die Bombenentschärfer der Berliner Polizei los. In der Fachabteilung beim Landeskriminalamt arbeiten derzeit 15 Mitarbeiter. Gefunden werden meist kleinere Sprengkörper. Große Bomben sind seltener.

Mit der verstrichenen Zeit seit dem Abwurf der Bombe sinkt im Allgemeinen eher die Gefahr einer Explosion. „Grundsätzlich detoniert ein am Boden liegender Sprengkörper nie von allein“, so die Polizei. Die Ausnahme bilde allerdings eine Sprengbombe mit chemischem Langzeitzünder. „Hier steigt die Gefahr einer Selbstdetonation im Lauf der Zeit.“

Wo Bauarbeiten am gefährlichsten seien, könne man nicht sagen, meinte Petra Rohland von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Oder wie die Polizei es formuliert: „In Berlin muss man bei Eingriffen in den Boden überall mit Munitionsfunden rechnen.“

Bekannt ist aber, dass die Alliierten besonders Infrastrukturstellen bombardierten, also Flughäfen, Bahnhöfe, Eisenbahngleise und Fabriken. Dort liegen laut Senat auch noch Fliegerbomben im Boden, die bei Ausschachtungen entdeckt werden. In den umliegenden Wäldern, wo es heftige Gefechte gab, finde man dagegen noch viel Munition und Handgranaten.

Der Senat bietet - derzeit noch kostenlos - vor Bauarbeiten eine Risikoeinschätzung an. Mit Hilfe von Luftbildern, Metall-Detektoren und Testbohrungen wird die Gefahr von Experten analysiert. Die Anfragen seien etwas weniger geworden, sagte Rohland. Nur in einem Bruchteil der Fälle, zuletzt etwa 120 Mal im Jahr, werde man dann tatsächlich aktiv.

Im Juni mussten 3000 Menschen in Steglitz über Stunden Wohnungen und Häuser verlassen, weil eine 500 Kilogramm schwere Bombe entschärft wurde. Anfang Oktober sorgte ein Blindgänger für Verspätungen auf dem Flughafen Tegel. „Die Aktion war knifflig, weil es sich um einen deutschen Sprengkörper mit einem russischen Zünder handelte“, sagte eine Polizeisprecherin. Erst musste der Zünder nahe dem Fundort am Flughafen gesprengt werden, dann wurde die Bombe abtransportiert und zerstört.

Andreas Rabenstein, dpa

In einem über zwei Meter tiefen und etwa sechs Meter breiten Krater in einem Wald nahe Fürstenwalde steht Matthias Metke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei.

In einem über zwei Meter tiefen und etwa sechs Meter breiten Krater in einem Wald nahe Fürstenwalde steht Matthias Metke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei.

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Einen messerscharfen Bombensplitter zeigt Matthias Metke

Einen messerscharfen Bombensplitter zeigt Matthias Metke

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