Prozess

Tödliche Schüsse in Berlin-Weißensee: Drei Brüder stehen vor Gericht

Ein 44-Jähriger starb Ende Januar in seinem Transporter in der Gustav-Adolf-Straße. Nun müssen sich drei Brüder verantworten – zwei von ihnen wegen gemeinschaftlichen Mordes.

Foto von Autor/Autorin: Tanja Tal
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Zwei Brüder müssen sich in Berlin wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht verantworten.

Zwei Brüder müssen sich in Berlin wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht verantworten.

© Olaf Wagner

Ist ein siebenfacher Vater zum Opfer von Blutrache geworden? Mindestens 15 Kugeln durchschossen seinen Transporter in Weißensee.

Brüder haben eiskalt abgedrückt

Ein halbes Jahr später stehen drei Brüder vor Gericht – zwei wegen gemeinschaftlichen Mordes. Mehmet K. (32) und Eyyup K. (25) sollen eiskalt abgedrückt haben.

Was der Anklage zufolge in der Gustav-Adolf-Straße geschah

Motiv laut Anklage: Rache für den Messertod ihres Cousins Mesut A. (31) einige Monate zuvor.

Der Messerstecher tauchte ab. Sein Onkel Hassan C. (44) aber war greifbar. Die Brüder sollen ihn wochenlang ausgespäht haben. Bis er am Morgen des 31. Januar in der Gustav-Adolf-Straße arglos in seinem weißen Mercedes-Transporter saß.

Auto brennt mit dem zweiten Versuch aus

Von hinten näherte sich ein Auto. Mündungsfeuer blitzte auf. Schüsse aus zwei Pistolen. Hasan C. hatte keine Chance. Polizisten entdeckten den Geschäftsmann leblos über seinem Lenkrad liegend.

Mehmet K. und Eyyup K. sollen danach versucht haben, das Tatfahrzeug abzufackeln. Doch das Feuer erlosch, so die Anklage. Am nächsten Tag sollen Mehmet K. und sein Bruder Ibrahim K. (23) erneut mit Benzin losgezogen sein. Diesmal sei das Auto ausgebrannt.

Großer Zoff in der Familie

Die Brüder wie der Erschossene stammen aus einer weit verzweigten Familie. Es handelt sich um Kurden, die aus dem Südosten der Türkei kommen. Bereits in der Heimat soll es Zoff um eine Immobilie gegeben haben.

Kurz nach den tödlichen Schüssen fielen die Namen der Angeklagten. Zuerst wurde Mehmet K. abgeführt. Der Gastronom lebt seit 2013 in Berlin, ist verschwägert mit Mesut A., der im Juli 2025 vor einem Café in Wedding erstochen wurde. Ein Neffe (25) von Hassan C. hatte laut Ermittlungen in einer Prügelei zweier Gruppen ein Messer gezogen.

Anklage sieht Rache für einen Messerangriff in Wedding

Der Messer-Mann, damals ebenfalls verletzt, blieb auf freiem Fuß. Notwehr nicht ausgeschlossen, hieß es. Da sollen Mitglieder aus dem Familienkreis K. Rache geschworen haben.

War es Selbstjustiz, für die Mehmet K. und Eyyup K. ausgewählt wurden? Bislang schweigen sie. So auch Ibrahim K., dem Brandstiftung vorgeworfen wird. Am 24. August sagt eine Ermittlerin aus.

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