Beim Kriminaltechnischen Institut (KTI) hat sich die Zahl noch nicht abgeschlossener Untersuchungen seit Ende 2014 auf knapp 52.000 Aufträge Ende 2018 mehr als verdoppelt. Das erklärte die Verwaltung von Innensenator Andreas Geisel (SPD) auf Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe (FDP).
Demnach geht der Anstieg vor allem auf vermehrt angeforderte Erbgut-Analysen zurück. Anhand der DNS (Desoxyribonukleinsäure) aus Blut, Hautpartikeln, Haaren oder Sperma , dem „genetischen Fingerabdruck“, kann man Täter überführen. Der Rückstand des hier zuständigen KTI-Fachbereichs lag Ende 2014 noch bei rund 5900 – inzwischen sind es rund 29.000 Aufträge.
Oberstaatsanwalt Ralph Knispel sprach kürzlich von einer Wartezeit auf DNS-Analysen von bis zu drei Jahren, wenn es um minderschwere Delikte wie Einbruch gehe. „Selbst im Bereich organisierte Kriminalität und auch bei Tötungsdelikten warten wir bisweilen Monate.“ Der Grund; Personalmangel. „Es türmen sich Berge auf.“
Waren 2012 noch 428 Stellen für die Analyse von Spuren besetzt, sank die Zahl bis 2018 trotz gestiegener Anforderungen auf 425. Und so dauert die Bearbeitung von Fingerabdrücken im Schnitt 235 Tage, von Waffen 238 Tage. 2018 wurden rund 136.000 Untersuchungen bei der KTI angefordert, zuvor schwankten die Zahlen zwischen 118.000 (2014) und 139.000 (2016). Dabei ziehen die Experten Analysen vor, wenn es um Delikte wie Mord geht, oder um Untersuchungshaft begründen zu können.
„In allen Fragen der Sicherheit werden die Aufgaben größer und die Kapazitäten kleiner. So auch hier“, erklärte Luthe, und warf dem Senat vor, dem Thema Sicherheit niedrigste Priorität einzuräumen. Nötig sei mehr Personal. Zudem müsse ausreichend Geld zur Verfügung stehen, um Aufträge extern zu vergeben, damit der Berg abgebaut werden können und nicht stetig weiter wachse.
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