Wegwerf-Dackel

Willi – Die CT-Akte

Dackel guckte in die Röhre und KURIER-Reporterin hielt Pfötchen ...

Susanne Dübber
Lesezeit 2 Min
Willi mit Dr. Apelt und Dr. Fritsch am CT. Dana Rackow rettete ihn.

Willi mit Dr. Apelt und Dr. Fritsch am CT. Dana Rackow rettete ihn.

© gudath Lizenz

Aber warum der Wegwerf-Dackel lahmt, wissen sie immer noch nicht. Er wurde auf der Straße angefahren.

Tierarzthelferin Dana Rackow (30) hatte das süße Dackelchen am Neujahrstag auf der Straße in Blumberg gefunden. „Die rechte Pfote blutend, er humpelte“, erinnert sie sich.

Seitdem war Willi in Obhut im Tierheim. Bei bester Pflege erholte er sich prima vom Schreck und tollte fröhlich herum. Aber er lahmt immer noch stark.

Nun untersuchte Dr. Detlef Apelt (47) in seiner Lichtenberger Praxis den Dackel-Mix. Zusammen mit dem Kollegen Dr. Guido Fritsch (44) vom Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung checkte er Willis Inneres in der Röhre.

Das Gerät ist der Hammer: 2,4 Millionen Euro teuer, scannt es in 15 Sekunden den kompletten Willi durch und durch! Dr. Fritsch: „640 Körperschichten pro Rotation. Heraus kommt ein Rohdatensatz von 12 Gigabyte.“

Die lasen die Tierärzte aus. Nur Negativmeldungen! Keine Brüche, keine Blutergüsse, keine Gelenkrisse.

Warum ist die Pfote taub? Die Ärzte können nur vermuten. Dr. Apelt: „Es könnte sein, dass Nerven durch einen Autounfall beschädigt sind. Das kann vorübergehend sein oder für immer bleiben.“

Da der Dackel ständig die Pfote leckt, wird sie jetzt fest verbunden. Und er bekommt Krankengymnastik, kann darum nicht vermittelt werden.

Auf jeden Fall will Willi viel Liebe, lässt sich gerne kraulen. Kaum aus der Narkose erwacht, war er zwar schläfrig, aber fiepte laut nach Aufmerksamkeit. DÜBB

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