Auf Berlins berühmtester Flaniermeile droht der nächste Verkehrsfrust. Am Kurfürstendamm, genauer gesagt in der Ranke- und Tauentzienstraße, wird ab Montag, 27. April 2026, gebaut. Und das monatelang!
Nadelöhr für Autofahrer bis zum November
Erst Ende des Jahres soll alles fertig sein. Autofahrer und Fußgänger müssen sich also auf ein langes Nadelöhr einstellen! Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) kündigte an, dass die Arbeiten bis November 2026 dauern sollen.
Grund für die Großbaustelle: Unter der Straße müssen Leitungsträger umgebaut werden, um Platz zu schaffen für den geplanten dauerhaften Terrorschutz am Breitscheidplatz.
Poller sichern den Breitscheidplatz seit dem verheerenden Terroranschlag ab.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung
Nur noch einspurig Richtung Wittenbergplatz
Während der Bauphase wird der Bereich für Autofahrer und Fußgänger zur Geduldsprobe. Während der Arbeiten wird die Fahrbahn in Richtung Wittenbergplatz auf nur noch einen Fahrstreifen verengt. Gerade in einem der ohnehin meistbefahrenen Bereiche der Hauptstadt dürfte das für zusätzliche Staus sorgen.
Auch Fußgänger müssen sich auf Behinderungen einstellen, weil einzelne Wege zeitweise eingeschränkt werden können. Das Straßen- und Grünflächenamt von Charlottenburg-Wilmersdorf bat Anwohner und Verkehrsteilnehmer bereits vorsorglich um Verständnis für die Belastungen in den kommenden Monaten.
Das Bauprojekt zum Terrorschutz hat einen Hintergrund, der 2016 ganz Deutschland erschütterte. Der islamistische Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember war einer der schwersten in Deutschland.
Der Tunesier Anis Amri hatte einen Lkw gekapert und steuerte den Lastwagen in die Menschenmenge an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. 13 Weihnachtsmarkt-Besucher wurden getötet und mehr als 70 verletzt. Tage später wurde der Täter in Italien erschossen.
Damit sich so ein Anschlag nie wiederholen kann, wird nun unter der Straße gebaut. Bis Jahresende dürfte die Geduld vieler Verkehrsteilnehmer allerdings auf eine harte Probe gestellt werden.
Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com