Das Mietshaus gehört zu einem Wohnblock, dessen Fassade eingerüstet ist. Auf einer Tafel verkündet eine Immobilienfirma, dass dort Eigentumswohnungen entstehen sollen. Von außen sieht man an den verwaisten Fenstern, dass schon so mancher Bewohner ausgezogen ist. Auch im Aufgang Grimnitzstraße 22, wo von acht Mietparteien nur noch drei übrig geblieben sind.
Weder vom Vermieter noch von der Hausverwaltung bekommen die Mieter Hilfe
Zu ihnen gehört Kathrin Scheibe, die im zweiten Stock wohnt. Der Gewitterregen vom Wochenende sorgte bei ihr in diesem Jahr für den dritten Wasserschaden in der Wohnung, sagt sie. In der Nacht zum Sonntag tropfte das Regenwasser durch die Decken in Schlafzimmer, Küche und Bad. Die Mieterin zeigt die Wohnung über ihr, die direkt unter dem Dach liegt. Sie ist unbewohnt. Bauarbeiter haben die Zimmer entkernt. Die Decke in einem Raum wird von einem Stahlträger abgestützt. Ein Loch klafft dort, durch das Regenwasser kam. Durch die offenen Fußböden lief es wohl bis in die Wohnung von Mieterin Scheibe. „Bei jedem Starkregen ist das so“, sagt sie. „Spricht man den Vermieter und die Hausverwaltung darauf an, gibt es seitens der Mitarbeiter weder eine Reaktion noch Hilfe.“
Nach Starkregen war die Wohnung der Mieter nass
Ähnliches berichtet ein Nachbar im Erdgeschoss. „Zum Glück tropfte bei uns nur Wasser durch die Wand im Bad. Bei einem Starkregen vor etwa einem Monat kam das Wasser aber durch die Decke und Wände im Schlafzimmer“, sagt er. Hilfe vom Vernieter – Fehlanzeige, sagt er. Der dritte Mieter, Bernd Heimann, berichtet: „Bei dem Gewitter blieb meine Wohnung trocken. Aber Ende Juni war nach einem Starkregen mein Wohnzimmer nass, als ich gerade im Urlaub war. Ein Freund, der auf meine Wohnung aufpasste, räumte alle Möbel aus, damit die Wände trocknen konnten. Die feuchte Auslegware musste herausgerissen werden“, sagt er. „Das war ein schock, als ich aus dem Urlaub kam. Wegen der nassen Wohnung zog ich für drei Tage ins Hotel. Der Vermieter will die Kosten nicht tragen. Ich habe mir einen Anwalt genommen.“
Mieter Bernd Heimann musste wegen des Wasserschadens in ein Hotel ziehen.
© Norbert Koch-Klauke
Eine Mitarbeiterin des Vermieters erklärte dem KURIER nur, dass man von den Wasserschäden vom Wochenende nichts wusste. Weitere Anfragen mussten per Mail gestellt werden. Eine Antwort erhielt der KURIER bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht.
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