Im Arbeitskampf geht es um mehr Personal: Die Mitarbeiter fühlen sich überlastet, schieben viele Überstunden vor sich her, aber seit zwei Jahren wird laut Gewerkschaft ver.di ergebnislos verhandelt. Im April hatten bereits 500 der 13.000 Mitarbeiter für einen zweitägigen Warnstreik die Arbeit niedergelegt.
Der zuständige Ver.di-Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel sagte dem KURIER: „Viele Kollegen schreiben Überlastungsanzeigen, es müssen ständig 100 Leute von Fremdfirmen geleast werden.“
Kunkel: „Wir fordern ein Verhältnis von einer Pflegekraft auf fünf Patienten auf Normalstationen, auf Intensivstationen muss das Verhältnis bei 1 zu 2 liegen.“ Tatsächlich liege das Verhältnis bei 1 zu 10, manchmal 1 zu 12 auf Normalstationen, auf Intensivstationen bei 1 zu 3, 1 zu 4 und nur teilweise bei 1 zu 2.
Der Gewerkschafter beklagt, dass die Charité-Leitung von 600 Leuten mehr gesprochen habe, wenn man die Forderungen erfülle, dass man in den Verhandlungen aber nie bis zu diesem Punkt gekommen sei .Der Vorstand der Charité erkärte, dass eine verbesserte Personalausstattung wünschenswert und „in Teilen auch dringend erforderlich ist.“ Man habe ein Angebot vorgelegt, das die Schaffung von 80 zusätzlichen Stellen besonders für die Intensivstationen und den Nachtdienst vorsieht.
Ein Streik an der Charité treffe die Falschen. Denn die von ver.di geforderte Festlegung einer betreffe alle Krankenhäuser in Deutschland. Es kann deshalb nur auf der bundespolitischen Ebene gelöst werden. Eine Realisierung der Forderungen von ver.di würde für die Charité 600 zusätzliche Stellen im Pflegebereich und Kosten von bis zu 36 Millionen Euro bedeuten.
Das sei nicht zu leisten: 2014 hatte die Klinik bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro nur 7,6 Millionen Überschuss erwirtschaftet.
Bei einem Streik will die Gewerkschaft für jede Station die Streikbereitschaft erfassen: Sollte sie so hoch sein, dass eine Station geschlossen werden muss, werde es sechs Tage vorher angekündigt. Bei einzelnen Betten drei Tage vorher. In den Rettungsstellen und Intensivstationen wird eine Notbesatzung garantiert.
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