Wegen des Hitze-Chaos in den ICE-Zügen zitierten Politiker Grube zum Rapport

Hier kommt der Bahn-Chef kräftig ins Schwitzen

CHRISTIAN WIERMER
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Berlin- Jetzt kommt auch der Bahn-Chef ins Schwitzen: Harte Vorwürfe im Hitze-Chaos gegen Vorstandsboss Rüdiger Grube. Gestern musste er zum Rapport vor den Verkehrsauschusses.Schon 50 Züge mussten gestoppt, Fahrgäste ärztlich behandelt werden. Immer der gleiche Grund: defekte Klimaanlagen. Die Bahn bestreitet mangelnde Wartung, das habe auch eine Task-Force festgestellt. Und: man habe den Etat für Inspektionen sogar erhöht. Doch dem KURIER vorliegende Dokumente zeigen ein anderes Bild. Grube sagt, die Klimaanlagen in den ICE-2-Zügen würden ab 32 Grad Probleme bereiten. Die Hersteller kontern. "Im Klimakanal wurden die Klimaanlagen des ICE 1 + 2 bis 42 Grad Außentemperatur erfolgreich getestet", so der Verband der Bahnindustrie in einem internen Schreiben. Anton Hofreiter (Grüne) zum KURIER: "Vieles deutet darauf hin, dass bei der Wartung tatsächlich nicht sauber vorgegangen wurde."Auch ein "streng vertraulicher" Vermerk der Bahn legt nahe, dass Zeiträume für Inspektionen drastisch wuchsen sein. Demnach wurden z.B. die ICE-Laufwerke 2005 nur alle 8000 Kilometer gewartet. 2003 waren es noch alle 4400 Kilometer.Was ist bei der Bahn los? Immer wieder beteuerte Grube gestern vorm Ausschuss, dass es bis vor 14 Tagen keine Klima-Probleme gegeben habe. Doch auch hier liest sich ein Protokoll zum "Zustand der Flotte ICE 2" anders. Demnach wurde allein im August 2008 am Tag im Schnitt in sieben Zügen eine defekte Klimaanlage vermerkt. Auch im Juni und Juli zuvor sei es zu Ausfällen gekommen.Grube unter Druck - auch, weil sich die Abgeordneten fragen, warum die Generalüberholung der ICE2-Reihe erst im November beginnen soll, obwohl die Züge mit 8 Millionen Laufkilometern schon vor zwei Jahren die Leistungsgrenze erreicht hätten. Schluderei durch Sparen - etwa für den geplanten Börsengang, wie die Grünen vermuten? Jedenfalls prangert auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Sparwut der Bahn an.Grube bemüht sich um Wiedergutmachung, versprach, dass Hitzeopfer auch ohne ärztliches Attest Anspruch auf 500 Euro Schmerzensgeld haben. Außerdem würden mögliche Behandlungskosten erstattet.CHRISTIAN WIERMER------------------------------

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