Weder Zeit, noch Personal

Mitte wird Millionen für Schulen nicht los

Trotz dringend nötiger Sanierungen fehlen Personal und Zeit ...

Marcus Böttcher
Lesezeit 3 Min
Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) steckt im Millionen-Dilemma.

Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) steckt im Millionen-Dilemma.

© Volkmar Otto

Schulstadtrat Carsten Spallek bemüht ein lebhaftes Bild seines Dilemmas: „Wenn nach einer monatelangen Dürreperiode plötzlich Starkregen prasselt, nützt das dem Boden nichts. Er kann die Feuchtigkeit nicht aufnehmen, das Wasser fließt einfach ab“, so der CDU-Politiker gegenüber dem KURIER. „So geht es uns als Bezirk mit den Senats-Geldern“.

Was Spallek meint: Um sämtliche 52 Schulen in Mitte zu sanieren, müsste der Bezirk 300 Millionen Euro investieren. Acht Millionen Euro zahlt er aus dem eigenen Haushalt. Seit kurzem ist klar, dass Spalleks Amt vom Senat 4,2 Millionen Euro aus dem Bauunterhaltungs- und 2,15 Millionen Euro aus dem Schulanlagensanierungsprogramm erhält. Mit der Auflage, das Geld bis Ende 2017 verbaut zu haben. „Nahezu unmöglich“, so Spallek.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zu knappe Zeit: Erst Ende März gibt es Sicherheit über die Ausschüttung. Erst dann können Projekte ausgewählt werden und Bauplanungsunterlagen erstellt werden – um anschließend die einzelnen Maßnahmen zum Teil europaweit auszuschreiben (dauert drei Monate). Und gebaut werden muss auch noch.

Personal ist überlastet: Selbst wenn Verwaltungsauflagen in der Kürze der Zeit erfüllt werden könnten, gebe es niemanden, der die Projekte ausführt. Alle sechs Behördenbauleiter sind ausgelastet, betreuen in diesem Jahr insgesamt 18 Schulsanierungs-Maßnahmen (u.a. bekommt die Wilhelm-Hauff-Grundschule eine neue Gebäudehülle). Spallek: „Die Kollegen arbeiten am Anschlag. Und ein komplexes Vorhaben wie eine WC-Strangsanierung macht man nicht nebenbei.“

Unbesetzte Stellen: Zwei Bauleiter, also fertige Architekten, werden gesucht. Nur: Mehr als 3.000 Euro brutto kann der Bezirk nicht zahlen, zudem ist die Konkurrenz mit freier Wirtschaft, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dem Land Brandenburg und Bund groß. 17 unbesetzte Stellen gibt es im Bauamt.

Bislang sieht es so aus, als würden die 6,35 Millionen Euro am Ende des Jahres wieder im Landeshaushalt verschwinden. Dieser wird aufgehübscht. Die Schüler und Lehrer leiden.

Diese Schulsanierungen sind 2017 geplant

Immerhin für sieben Schulen ist die Planung und Finanzierung bereits so weit fortgeschritten, dass sie 2017 beginnen oder fortgeführt werden können. Die Projekte, die bereits angelaufen sind, im Überblick:

Gesundbrunnen-Grundschule 

Die Gesundbrunnen-Grundschule wird seit Jahren umfassend saniert. Gesamtkosten: Vier Millionen Euro. In diesem Jahr sind die Toiletten dran, 250.000 Euro kostet die WC-Sanierung.

Moabiter Grundschule

Auch hier werden die sanitären Einrichtungen saniert. Kostenpunkt: 390.000 Euro.

Anna-Lindh-Grundschule 

Auch hier werden die sanitären Einrichtungen saniert. Kostenpunkt: 354.000 Euro.

 Allegro-Grundschule 

Auch hier werden die sanitären Einrichtungen saniert. Kostenpunkt: 478.000 Euro.

Wilhelm-Hauff-Grundschule

Eine neue Gebäudehülle sowie dringend notwendige Sofortmaßnahmen im Bereich Brandschutz und Sicherheit bekommt die Wilhelm-Hauff-Grundschule in Wedding, insgesamt werden dafür 4,6 Millionen Euro fällig.

Brüder-Grimm-Grundschule

3,1 Millionen kostet die Sanierung des Gebäudes der Brüder-Grimm-Grundschule im Sprengelkiez.

Herbert-Hoover-Schule

In der Herbert-Hoover-Schule in Gesundbrunnen wird die Fassade für 1,86 Millionen Euro saniert. 

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