Wedding

Hier retten sie die Opfer einer Blutrache

Täter und Opfer kannten sich seit Jahren. Jetzt kam es zum Mord ...

BK
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Ein weiteres Opfer wird von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht.

Ein weiteres Opfer wird von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht.

© Richard

Vor wenigen Tagen sitzen mehrere Mitglieder zweier bosnischer Groß-Familien in einer Kneipe in Wedding. Man kennt sich seit Jahrzehnten, beide Clans kommen aus dem kleinen Städtchen Bijeljina an der Grenze zwischen Bosnien und Serbien. „Aus irgendeinem Grund gab es dann plötzlich einen heftigen Streit“, so ein Zeuge, der ungenannt bleiben will.

Ein Wort gibt das andere, dann fliegen die Fäuste. „Einer der Männer hatte plötzlich eine Flasche in der Hand. Und hat einem anderen damit fast einen Finger abgeschnitten“, schildert der Zeuge weiter. Schließlich trennen sich die Streithähne – schwören sich gegenseitig aber noch blutige Rache. Und es sollte nicht bei diesen Drohungen bleiben.

Am Sonnabend sitzen dann vier Männer der einen Familie in einem Café in der Hochstädter Straße und beratschlagen, was nun zu tun sei. Als die Bosnier (31, 36, 44 und 56 Jahre) das Café um 13.10 Uhr verlassen und zu ihren Autos gehen, explodiert die Gewalt.

Einer der angegriffenen Männer liegt mit nacktem Oberkörper auf einer Trage der Feuerwehr.  

Einer der angegriffenen Männer liegt mit nacktem Oberkörper auf einer Trage der Feuerwehr.  

© Richard

„Plötzlich kamen vier Autos mit bestimmt 15 Männern drin angerast“, sagt ein weiterer Zeuge zum KURIER. „Da wurde nicht mehr geredet, die sind direkt mit Messern und anderen Waffen auf die Vier losgegangen, haben sie gnadenlos plattgemacht. Einfach so. Das war wie in einem Mafia-Film.“

Erst als ihre vier Opfer mit Stich-, Schnitt- und Schussverletzungen auf der Straße liegen und sich nicht mehr rühren, lässt die Meute von ihnen ab und verschwindet im Großstadtdschungel.

Drei der Opfer können von der Feuerwehr gerettet werden, doch für den 31-Jährigen kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch auf dem Weg in die Klinik. Und alles nur wegen einer Kneipenschlägerei.

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