Wasserweg

Sie pendelt mit dem Paddel

Iris Wermeschers Weg zur Arbeit führt direkt über die Spree

Stefanie Hildebrandt
Lesezeit 2 Min
Die Stadt als Kulisse. Iris Wermescher in ihrem Boot wirkt ganz klein. 

Die Stadt als Kulisse. Iris Wermescher in ihrem Boot wirkt ganz klein. 

© Sabine Gudath

Für die Jungfernfahrt habe sie sich schon ein bisschen Unterstützung organisiert, gibt Iris Wermescher zu. Zwei Flaschen Piccolo an Bord und eine Beifahrerin, die für die kurze erste Fahrt zustieg. Doch schon die nächsten Wege zur Arbeit fühlten sich auch allein natürlich und gut an.

Während der Arbeit wird das Schlauchboot im Keller vertaut.

Während der Arbeit wird das Schlauchboot im Keller vertaut.

© Sabine Gudath

Immer wenn das Wetter es zulässt, schultert Iris Wermescher nun morgens das leichte Zweimannboot, den Laptop hat sie im Rucksack auf dem Rücken. Dann schwingt sie die Beine über den silbernen Zaun am Ufer, steigt eine Leiter in der rostigen Uferwand hinab und lässt ihr Boot zu Wasser.

Zehn Minuten bis ans andere Ufer 

Mit ruhigen Schlägen stößt sie sich ab, fährt los, einmal Abklatschen mit dem Molecule Man und schnell wird das Schlauchboot kleiner.

Etwa zehn Minuten braucht Wermescher bis ans andere Ufer. Mit dem Rad über die Elsenbrücke wäre sie etwa ebenso lange unterwegs, doch der Weg durch Baustellen, rasend lauten und wuseligen Verkehr wäre definitiv unkomfortabler.

Beim Einstieg kann Iris Wermescher das Büro gegenüber sehen.

Beim Einstieg kann Iris Wermescher das Büro gegenüber sehen.

© Sabine Gudath

So aber begegnen Iris Wermescher auf dem Weg ins Büro Möwen und Enten. An diesem Morgen landet eine Entenmutter mit ihrem Jungen zischend neben dem Schlauchboot. Staus gibt es hier nicht. „Es fällt schon schwer, auch wirklich am Büro auszusteigen“ seufzt die 36-Jährige. So wie dieser Arbeitstag beginnen sonst nur Urlaubstage auf dem Wasser.

„Je früher man unterwegs ist, desto leerer ist die Spree“, weiß Wermescher. Am Vormittag kommen dann die Ausflugsschiffe und Partyboote dazu. Die Passagiere winken meist freundlich. Auf dem Nachhauseweg trifft Iris Wermescher oft Stand-Up-Paddler auf dem Weg zum Molecule Man. Auch die Wasserpolizei scheint keine Einwände gegen den wohl ungewöhnlichsten Weg zur Arbeit zu haben, man grüßt sich.

Neue Wege finden, draußen in der Natur sein, das ist Iris Wermeschers Ding. Und wenn sie im Meeting sitzt, weiß sie: Heim geht’s wieder über die Spree. 

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