Stolz öffnet Uwe Grünhagen, der ASB-Landesvorsitzende, den KURIER-Reportern das gigantische Tor der neuen Halle. Das Herz der Wasserrettung. „In Rekordzeit von einem Jahr haben wir den Neubau realisiert. Jetzt hat Treptow-Köpenick die modernste Leitstelle in Berlin“, sagt der Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens.
Eine Hightech-Einrichtung, die Leben rettet. Zu mehr als 2500 Einsätzen rücken Grünhagen und seine 600 Kollegen (alle ehrenamtlich) im Jahr aus. Sie leisten rund 2000 Mal Erste Hilfe, bergen 500 Schiffe (etwa gekenterte Segelboote) und weisen rund 70 Personen in Kliniken ein (Herzinfarkte, Badeunfälle). Seit 1991 sind sie auf Dahme, Spree und Müggelsee unterwegs.
Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigte zuletzt das tragische Unglück am Vatertag. Auf der Segeljacht „Likedeeler“ kam es zur Verpuffung, Mika (7) verbrannte in der Koje. Sein Papa Lars G. konnte mit schweren Verbrennungen gerettet werden. Grünhagen: „Ohne uns Retter wäre der Vater auch tot.“ Mit der Leitstelle sind die ASB-Retter nun technisch auf dem neuesten Stand.
Auf der nächsten Seite bekommen sie einen Einblick in die neuen Hallen.
Die Bootshalle: 24 Schiffe passen in den Riesen-Raum. Von hier aus starten die Retter zu den 13 Stationen an Berlins Gewässern. Im Winter werden die Boote hier gewartet. Ein Kran samt 24 Meter Spannweite und Acht-Tonnen-Traglast hebt sie um.
Die Werkstätten: Es gibt eine Tischlerei und Schweißerei, die Boote werden in Eigenregie repariert. Manche von ihnen sind fast 60 Jahre alt. Gehegt und gepflegt werden sie von dem gebürtigen Friedrichshainer Birko Persicke (50, Schlosser).
Die Tauchfahrzeuge: Zehn Mann haben eine Ausbildung zum Rettungstaucher, auch Uwe Jesse aus Treptow. Der 50-jährige Rettungsassistent betreibt seit 1983 die Sporttaucherei, ist seit 1991 beim ASB. Ein Fahrzeug mit Komplettausstattung kostet rund 150 000 Euro.
Die Leitstelle: Acht Bildschirme werden hier überwacht. „Auf ihnen sind Wetterkarten oder Live-Aufnahmen von den Berliner Gewässern zu sehen“, sagt Judith Oberdoerster (34) aus Mahlsdorf. Jedes Boot (mit vier bis sechs Rettern an Bord) ist mit einem GPS-Sender ausgestattet, aus der Leitstelle kann so die Position bestimmt werden. Es gibt einen direkten Draht zu Feuerwehr, alles läuft digital.
Das Boot: Seit 1975 ist Michael Jablonski (56) aus Pankow auf Berlins Gewässern als Retter unterwegs. Der Systemadministrator tut Dienst am Seddiner See. Immer dabei: Sein Motorrettungsboot „Vorwärts“.
Gekostet hat der Bau drei Millionen Euro, errichtet mit Fördermitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin.
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